Montag, 3. Dezember 2012

kreuz.net und die Folgen: Identifikation mit dem Aggressor

Nun sind auf einmal alle gegen Kreuz.net. Niemals hat da jemals einer einen Artikel geschaltet. Immer hat sich jeder heftig dagegen gewehrt, wenn er dann doch zitiert wurde. Keinmal hat irgendwer einen Artikel kommentiert. Niemand aus der ganzen Blogozoese hat je einen Account als Kommentator bei kreuz.net besessen. Und über alle Artikel, vor allem über den Artikel über Dirk Bach haben sich alle, alle furchtbar empört.

Vor allem wissen alle, die sich jetzt über kreuz.net empören, wie schrecklich kreuz.net gewesen ist.

Muß doch dann auch jemand gelesen haben, nicht wahr, meine Lieben? Wer hat denn kreuz.net zur meistgelesenen katholischen Seite im deutschsprachigen internet gemacht? Die Schwulen, um sich jeden neuen Tag mal wieder so richtig zu empören? Echt?

Es ist kein Verbrechen eine Seite, die viel Mist, aber auch manches Interessante geboten hat, gelesen zu haben. Man liest ja auch den Spiegel, die Süddeutsche, den Stern. Was ich vermissen werde, sind unter anderem die Artikel von Lesben, Schwulen und Ex-Schwulen und Ex-Lesben, die uns aus ihrer Hölle berichten. Wo hatten die denn sonst ein Forum? Bei unserem netten kath.net? Macht ihr Witze?

Und: wird sich, nachdem nun alle sich heftigst von kreuz.net distanzieren, und nie, nie, nie etwas damit zu tun gehabt haben wollen, noch irgendwer wagen, auch nur ein bißchen kritisch über die schwulen und lesbischen Aktivisten zu schreiben, die uns schurigeln, und die die Kinder verderben wollen? Wird man das H-Wort jemals noch auf einem katholischen Blog lesen können?

Der letzte Artikel, den ich auf kreuz.net gelesen habe, war der eines Bisexuellen, der sich zur Treue zu seiner Ehefrau bekannt hat, und heftig gegen die LGBT-Ideologen polemisiert Mit dem zutreffenden Argument, daß Bisexualität noch viel weniger als Homosexualität eine "Orientierung" ist, zu deren Sklaven wir uns machen müssen. Woraus man lernen könnte, wenn man wollte, daß eheliche Treue Arbeit und Mühe bedeutet, und - daß wir freie Menschen sind, die wissen können was gut und böse ist, und die die Kraft haben, sich mit Gottes Hilfe für das Gute zu entscheiden.

Und um diesen Post mal ganz paranoid enden zu lassen: die Staatsanwaltschaft Berlin hat darauf verzichtet, die Todesursache von Dirk Bach durch eine Obduktion zu analysieren. In diesem Fall ein schwerer Kunstfehler. Die Berliner haben sich durch den Chef der Münchner Rechtsmedizin dafür heftig kritisieren lassen müssen.

Kreuz.net - niemand anderes - hat Hinweise zur möglichen Todesursache gegeben. Es ist denkbar, daß Dirk Bach an einer Dosis oder Überdosis der in schwulen Kreisen weit verbreiteten "Lustdroge" Amylnitrit gestorben ist. Dirk Bach litt unter Herzsinsuffizienz und hohem Blutdruck. Er nahm deshalb blutdrucksenkende Mittel. Auch "Poppers" senken den Blutdruck, bei Fehl- oder Überdosierung droht ein lebensgefährlicher Blutdruck-Abfall.

War die Kampagne gegen kreuz.net Vorwärtsverteidigung? Ich bin mir ziemlich sicher. Warum interessiert sich auf einmal der schwule Aktivist Berger für kreuz.net und für die Themen Himmel und Hölle?  Sollte da - vielleicht, oder vielmehr ziemlich wahrscheinlich - etwas vertuscht werden? Ging es da nicht nur um das hämische und in der Tat schwer erträgliche "Jetzt schmort er in der Homohölle" sondern auch um den von kreuz.net geäußerten Verdacht? Tatsächlich ist noch nicht einmal eine Blutuntersuchung auf bestimmte Drogen erfolgt. Wieso?

Paranoid? Ist bei mir eine Berufskrankheit. Was aber wäre los gewesen, wenn sich bei einer Untersuchung genau das herausgestellt hätte? Wollte das die Berliner Staatsanwaltschaft in der von einem schwulen Bürgermeister regierten Stadt vielleicht besser nicht riskieren?

Ein Unfall, Selbstmord, Mord, alles wäre denkbar. Ein positiver Test hätte die schöne Fassade, der lustigen, humorvollen, witzigen und intelligenten Homo-Welt zusammenbrechen lassen. Die Diagnose  Unfall oder Selbstmord hätte offenbart, daß Schwulsein lebensgefährlich ist, hätte vielleicht die Aufmerksamkeit auf die bittere Tatsache der deutlich geringeren Lebenserwartung von Schwulen und der hohen Selbstmordraten gelenkt. Und die Illusion zusammenbrechen lassen, daß all dies nur mit der "Diskriminierung" von Schwulen zu tun habe.

Ein Mord - wäre eine Katastrophe für die schwulen Lebenslügen gewesen.

Niemand aber hat gewagt, diesen Verdacht zu äußern, die Staatsanwaltschaft hat unter Verstoß gegen ihre Pflichten nicht einmal den Versuch unternommen, die Todesursache zu ermitteln.

Nur eine Seite hat den wohlbegründeten Verdacht geäußert. kreuz.net. Können wir also wirklich auf kreuz.net verzichten?

Die Freiheit des internet hat auch ihre dunklen Seiten. Daß manches bei kreuz.net in diese Kategorie gehört, will ich nicht bestreiten. Aber ich bleibe bei meinem alten Motto. Im Zweifel für die Freiheit.

In den sechzigern erschien ein berühmter Protestsong von Bob Dylan: Who killed Davey Moore. Es könnte sich ja mal ein Dichter an dem Thema Who killed Dirk Bach versuchen. Oder an dem Thema Who killed Rudolp Moshammer. Der wurde von einem Stricher erwürgt, weil er sich als alternder Schwuler Sex nur noch gegen Geld kaufen konnte.

Kommentare:

  1. Für die Freiheit. Nicht nur im Zweifel. Immer. Dann sind wir gemein. Wir treffen uns auf der dunklen Seite des Mondes.

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  2. "... ganz paranoid ..."? - Nein: ganz realistisch!

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  3. Merci - Sie sprechen es endlich an!Mich kotzt da auch so manche Selbstgerechtigkeit im Moment an. Aber etwas ändern können, werden wir sehr wahrscheinlich nur durchs Gebet.

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  4. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat sich ja auch beim "Selbstmord" der Richterin K.Heise nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert....auch da ging es um Unliebsames.
    Wie nicht anders zu erwarten, haben sich die Gesinnungsschnüffler und Denunzianten, die sich hinter David Berger versammelt haben nun-nach dem nicht geglückten Probeangriff auf kath.net an das "Durchleuchten" der blogozoese nach ihnen nichtgenehmen Meinungsäußerungen gemacht und drohen auch schon mal- u.a. mit Strafanzeigen.Ich denke, es wird Zeit, daß sich die blogger jetzt zusammentun. Und wir brauchen juristischen Sachverstand.

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  5. Herrlicher Beitrag, der es auf den Punkt trifft. Und er ist ein gutes Beispiel dass wir aus unserer Geschichte und auch unserer Kirchengeschichte nichts gelernt haben. Die meisten haben nicht begriffen, dass dies ein Angriff auf die Meinungsfreiheit war. Und sie sollten alle darüber nachdenken, dass jeder der nächste sein könnte. Da nützt es in der Regel auch nichts, plötzlich schon immer "Dafür" oder "dagegen" gewesen zu sein. Mitläufertum hat in Deutschland noch niemals positives bewirkt. Wenigstens das sollten wir aus unserer Geschichte gelernt haben.

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  6. Lieber Johannes,
    Du magst kreuz.net mit Gewinn gelesen haben und es war vielleicht für den ein oder anderen lehrreiches Material dabei und auch die Aktualität der Nachrichten mag positiv gewesen sein.
    Aber die Macher von kreuznet haben sich dennoch ganz arg im Ton vergriffen.

    Diese Fäkal- und Latrinensprache, wie auch die gewollte Provokation und Verächtlichmachung anderer Personen... Möge der Ton und die Art und Weise andere zu beschimpfen, für Rechte oder Linke oder sonstige Vereine angemessen und ein Aushängeschild sein, für Katholiken (und als solche haben sich die Kreuznetler ausgegeben) ist es das ganz sicher nicht. Die Geschmäcker und die Reizschwelle mögen verschieden sein, dennoch gibt es Grenzen.

    Tut mir leid, wenn Du Dein Fortbildungsprogramm jetzt vermissen wirst, aber für die Kirche ist das Verschwinden von kreuznet sicher kein Schaden. ;-)

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  7. Mich störte die Fäkalsprache überhaupt nicht. Als Heterosexueller Mann war ich schon von klein auf gewohnt als zukünftiger Vergewaltiger, Schwanzgesteuerter, Primitiver Idiot bezeichnet oder auch behandelt zu werden. In öffentlichen Schulen, in Büchern, Filmen und anderen Materialien.

    Tatsächlich müsste die Katholische Kirche eher so reden wie kreuz.net als kath.net. Homosexualität ist eine Sünde und sie ist eine Psychische Krankheit. Die Menschen landen massenhaft in Depressionen und Krankheiten. Sie werden seelisch vernichtet und die alternden Homosexuellen gehen auf 18-Jährige los. Was wäre wohl für ein Aufschrei zu erwarten wenn statt eines Schwulen ein Heterosexueller 55 Jahre alter Mann sich eine 18-Jährige als Freundin holen wurde.. Oder vom Strich.. Ich erinnere nur an Berlusconi..

    Kreuz.net war schon allein deswegen notwendig weil das Thema auch mal angesprochen werden muss. Mir fehlt ein ex-homosexuellen-portal, Zeit für Neues:

    "Wir waren Schwul" als Titelblatt..

    Templarii

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