Samstag, 29. Dezember 2012

Begegnung mit Thomas Becket

Buchillustration der Ermordung Thomas Beckets

Einen Migrationshintergrund zu haben ist ja heute schick, leider habe ich solches deshalb nicht zu bieten, weil kurzsichtige und machtgierige Politiker aus einer Familie vorwiegend deutschsprachiger aber keineswegs deutsch-national denkender Völker ein "Vaterland" zusammengeschossen und -kartäscht haben, daß nach innen nicht mehr sonderlich souverän und nach außen nicht mehr sonderlich sympathisch war.

Wäre dies nicht geschehen, so wäre ich als Sohn einer friesisch-lutheranischen Oldenburgerin und Untertanin des dänischen Königs (mein liebe Mutter hatte als Kind den Spitznamen "Burgfräulein" weil ihr Vater in einem ehemals dänischen Amtsgebäude als Zollinspektor diente) und eines lutheranischen Untertanen des Königreichs Hannover (und damit eigentlich des englischen Königshauses) in die von häretischen Calvinisten beherrschte Freie Reichsstadt Bremen hineingeboren worden, wonach es mich schließlich in das uniierte Großherzogtum Hessen verschlagen hat.

Ich würde heute als wahrscheinlich britischer Staatsbürger nicht an deutschen Wahlen teilnehmen (ein Glück), dürfte mich andererseits des Mitleids der gesamten linksliberalen Presse gewiß sein, würde von Parteien umworben, die vorgeben, für meine vollen Bürgerrechte zu kämpfen, und hätte in der Grundschule muttersprachlichen Unterricht genießen dürfen. (Plattdütsch, nicht englisch, wohlgemerkt)

Andererseits wäre für mich als nunmehr katholisch-traditionalistischem Briten der heutige Tag ein besonderer Festtag. Bis zur Kalenderreform der 60er Jahre und in England und Wales auch noch im Missale von 1962 war der 29. Dezember ein Fest 1. Klasse, ging also allen anderen Festen vor. Das Fest hat ein eignes Proprium, was seine besondere Bedeutung noch einmal unterstreicht. Bis zu den Kalenderreformen der 60er besaß das Fest in England in der Weihnachtsoktav damit den selben Rang wie die übrigen Märtyrerfeste der Oktav.

Auch in Deutschland war das Fest des Thomas von Canterbury zumindest ein Duplex-Fest, hatte also eine 1. und 2. Vesper. Im deutschen Missale von 1962 war dem Märtyrer Thomas leider nur noch eine Commemoration vergönnt, und dabei ist es auch im nur noch so genannten Schott von heute geblieben.

In meinem oldenburgisch-britischen Vaterland genoß Thomas Becket eine besondere Verehrung. Bei einem Besuch im Friesischen, wo ich fast jeden der großartigen Bauerndome schon einmal besichtigt habe, "stolperte" ich vor einigen Jahren über einen der wenigen noch erhaltenen, Thomas Becket gewidmeten Altäre.

Mit dieser Kirche, der Kirche von Tettens, hat es eine besondere Bewandtnis. Sie ist nämlich so behutsam "lutheranisiert" worden, daß praktisch alles an seinem Platz blieb. Das beeindruckende, spätgotische Sakramentshaus wurde noch 1525 gestiftet, also schon im Zeitalter der Reformation (die vielgeliebte und heute noch verehrte Landesherrin dieser Zeit, Maria von Jever, blieb allerdings schon aus grundsätzlichen und politischen Erwägungen katholisch) und als man in diesem Jahrhundert die Kirche und den Altar renovierte, fand sich im Altar ein kleines Behältnis mit Reliquien, das die lutherische Gemeinde dann auch dort ließ, wo es gefunden wurde, so daß wir hier einen gültig katholisch geweihten und niemals entweihten Altar in einer lutherischen Kirche haben.

Thomas Becket ist mit seinem Kampf für die Freiheit der Kirche von staatlicher Willkür in den 30er Jahren zu einem Symbol geworden. T.S. Eliots Dramatisierung der Ermordung Beckets "Murder in the Cathedral" wurde erstmals 1935 aufgeführt, nach der nationalsozialistischen Machtergreifung, und besaß schon durch die Zeit seiner Aufführung eine antitotalitäre Zielrichtung. 1936 wurde das Theaterstück durch die BBC erstmals ausgestrahlt, 1939 wurde die von dem deutschen Schriftsteller und Anhänger der "Bekennenden Kirche" Rudolf Schröder übersetzte Fassung "Mord im Dom" in der Schweiz erstmals aufgeführt. Die politische Zielrichtung auch dieser Aufführung war eigentlich nicht zu übersehen.

Der anglikanische Christ Eliot profilierte sich mit seinem wohl berühmtesten Stück als Anhänger der "High Church". Daß er ausgerechnet dem von dem Gründer der Anglikanischen Kirche, Heinrich dem VIII, meistgehaßten katholischen Heiligen ein literarisches Denkmal setzte, hat noch eine ganz besondere, eigene Note. Muß man den Staat Heinrichs, der die Kirche seinem Willen unterwarf, als totalitären Staat sehen, dem Staat Hitlers vergleichbar?

Eine Übersetzung des (älteren) Lesetextes zur Matutin des 29. Dezember findet sich hier.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Weihnachtsbildchen

Gerrit van Honthorst, Anbetung der Hirten
Auch die großen Maler der Renaissance hatten ihre stylistischen Standards, oder etwas weniger respektierlich gesagt, Tricks. Gerrit van Honthorst zum Beispiel malte mit Vorliebe Szenen in der Dunkelheit, um das Zentrum des Bildes um so heller leuchten zu lassen. Honthorst handelte sich damit den Spitznamen "Gherardo delle notti" ein. War egal. Die Bilder verkauften sich bestens. Und wenn es dazu dient, das Licht der Welt in Szene zu setzen, soll es einem Christenmenschen recht sein.

Sonntag, 23. Dezember 2012

DAS Krippenspiel


Krippenspiele fand ich als Junge ätzend, weil man entweder nur Josef oder einen Rauschgoldengel spielen konnte, oder allenfalls noch bei den Heiligen Drei Königen dabei sein durfte.

Nicht wirklich cool.

Wie überhaupt Jungs bei vorweihnachtlichen Spielen weltweit einer bisher noch von keiner Menschenrechtsorganisation thematisierten Diskriminierung ausgesetzt sind, zum Beispiel in Schweden, wo die Mädchen Lucia sein dürfen, und Jungs mit spitzen Hüten und weißen Walle-Walle-Kleidchen als Stjärngosse für ihr von der schwedischen Gendernorm abweichendes Verhalten vom allgegenwärtigen Grundschulehrerinnentussiwesen abgestraft werden.

Krippenspiel mit Erzengeln in Rüstung und gekreuzten Schwertern wird sich hoffentlich als neuer pädagogischer Standard durchsetzen. Selbst Gabriel - meist als feminines Weichei mißverstanden - darf hier im schimmernder Wehr mit Doppelschwert auftreten.

Freitag, 21. Dezember 2012

Genderwahn: Das Gott


Kann man, wie Krisitna Schröder "Das Gott" sagen, auch wenn man Ministerin in einer christdemokratischen Regierung ist?

NUn darf man ja von einer Diplomsoziologin nicht unbedingt erwarten, daß sie sich mit komplizierten theologischen Fragen auskennt.

Aber so kompliziert ist die Frage gar nicht.  Gott ist jedenfalls keineswegs "Das" Gott, denn Gott ist Person. Oder grüßt man sich in der CDU inzwischen mit "Möge die Macht mit Dir sein"? Ist Frau Merkel in Wirklichkeit eine Yedi-RitterIn? Wäre zumindest eine aparte Vorstellung und würde erklären, warum die CDU wie hypnotisiert einer Person gehorcht, bei der das Christliche allenfalls in homöopathischer Verdünnung nachweisbar ist. Der Frage werde ich noch nachgehen.

Daß die Spitzen der politischen Parteien offenkundig mit Außerirdischen besetzt sind, ist auf diesem Blog ja schon mehrfach zwingend nachgewiesen worden. Bei Renate Künast besteht etwa kein vernünftiger Zweifel, daß es sich genau so verhält.

Während wir noch bis zum Beweis der Gegenteils davon ausgehen können, daß Kristina Schröder ein Erdling ist, können wir aber nun nicht mehr davon ausgehen, daß sie noch nicht vom Genderwahn befallen ist. Bisher sprach ihre gelegentliche Verweigerung des obligatorischen Hosenanzugs dagegen.

Daß Gott nicht "das" Gott ist, läßt sich noch relativ einfach erklären. Daß Gott aber nun als "Vater" oder "Bräutigam" und damit als männliche Person angesehen wird, hat für das Christentum eine essentielle Bedeutung. Schon die Juden versahen die göttliche Person mit männlichen Attributen, sahen den grundsätzlich attributlosen JHWE als den Bräutigam des Volkes Israel. Das Hohe Lied ist schon in früher Zeit nicht als irdisch-sinnliche Liebesdichtung, sondern mystisch verstanden worden.

Im Christentum setzt sich dies fort, nicht zuletzt in der Anrede Gottes als des "Vaters" und Christus als des "Bräutigams", der Bräutigam wandelt nicht sein Geschlecht, sondern steigt hinab und wählt sich die Kirche als Braut - ohne den Alten Bund zu brechen.

Daß ausgerechnet die Familienministerin diese keineswegs gleichgültige und nebensächliche mystische Dimension der Ehe nicht versteht, oder mißversteht, ist fatal. Wo die Beziehung zwischen dem himmlischen Bräutigam und seiner irdischen Braut gleichsam geschlechtslos wird, kann auch die Ehe "gegendert" werden, also ihre Geschlechterpolarität verlieren. Denn beide, die mystische und die irdische Ehe sind in geheimnisvoller Weise miteinander verbunden.

Ich frage mich, welcher Text aus dem Neuen Testament bei Kristinas Hochzeit gelesen wurde. Dieser kann es nicht gewesen sein:
Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus. Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie Christus, dem Herrn; denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist; er hat sie gerettet, denn sie ist sein Leib. Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, sollen sich die Frauen in allem den Männern unterordnen. Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie im Wasser und durch das Wort rein und heilig zu machen. So will er die Kirche herrlich vor sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos. Darum sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen so zu lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Keiner hat je seinen eigenen Leib gehasst, sondern er nährt und pflegt ihn, wie auch Christus die Kirche. Denn wir sind Glieder seines Leibes. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche. Was euch angeht, so liebe jeder von euch seine Frau wie sich selbst, die Frau aber ehre den Mann. (Epheser 5, 21-33)

Gendergerechter Spielzeugkatalog: Reise ins Land der Bekloppten

Wer diesen Blog häufiger liest, weiß, daß ich zwei schwedische Enkeltöchter habe, sowie einen deutschen Enkelsohn und eine deutsche Enkeltochter.

Schweden ist, was die political correctness angeht, immer noch ein bißchen bekloppter als der Rest Europas. Und so erfreut uns die größte schwedische Spielzeugkette heuer mit einem gendergerechten Spielzeugkatalog, wo Jungs als Frisöre kleinen Mädchen die Haare föhnen, Mädels mit Autos spielen, Jungs an der Kaufladenkasse stehen, mit süßen Spielzeughündchen mit rosa Schleifchen spielen, und ähnlichem.

Es muß aus großväterlicher Sicht ENTSCHIEDENST  davor gewarnt werden, die Empfehlungen dieses Katalogs in die Tat umzusetzen und kleinen Jungen etwa weiße Plüschhunde mit rosa Schleifchen oder kleinen Mädchen Autobahnparkhäuser oder Piratenschiffe zu schenken.

SOLCHES TUN KÖNNTE ZU SCHWERWIEGENDEN KONFLIKTEN MIT DEN ELTERN DER BESCHENKTEN ENKELKINDER WIE AUCH ZUR DRAMATISCHEN ZERRÜTTUNG DES GROßELTERN-ENKELKIND-VERHÄLTNISSES FÜHREN!!!!

Unsere schwedischen Enkeltöchter haben letzten Weihnachten ein rosafarbenes Playmo-Feenschloß geschenkt bekommen, davor ein Puppenhaus und bekommen dieses Jahr einen Playmobauernhof mit Tieren. Unser Enkelsohn C. hat immer Autos und Eisenbahnen bekommen und kriegt dieses Weihnachten Eisenbahnen und Autos.

C., sollte in den Kindergarten ein Lieblingskuscheltier mitbringen. Dies führte zu Ratlosigkeit sowie zum Ankauf eines Quotenkuscheltiers.

C. besitzt lediglich ein Kuschelauto.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Manliness: geht gar nicht


Mit dem Ausdruck tiefster Abscheu veröffentlicht der Spiegel eine Serie historischer Reklameannoncen der Waffenhersteller der USA aus den 50er Jahren. King, der Hersteller von Luftdruckgewehren wirbt hier damit, daß sein Luftgewehr einem Jungen eine Aura von Männlichkeit und Kraft vermittelt, ihm zu Wachheit, Selbstbewußtsein und Durchsetzungsfähigkeit verhilft. Eigenschaften, die ihm später in der business world zu Nutzen sein werden.

Die Heulsuse, die den Artikel geschrieben hat, ist schon 36 Jahre alt. Bißchen spät für Kleinmädchengepiense.

Ich hätte es toll gefunden, wenn mir mein Vater zu Weihnachten ein Luftdruckgewehr geschenkt hätte.

Aber so mußte ich mir halt die von meinen Cousins ausleihen, die mit ihren Eltern auf dem Land geblieben waren. Ich hatte den Eindruck, daß mir diese Waffe, mit der man allerdings nur kleine Bleikügelchen verschießen konnte, eine Aura von Männlichkeit und Kraft verlieh.

Wir haben damit auf Katzen, Hühner und Stare geschossen. Ersteres fand meine Tante gar nicht gut, wegen der Katzen, die doch Mäuse jagen sollten, und wegen der Hühner, die dann schlechter zu Suppe zu verarbeiten waren, letzteres fand sie schon eher neutral, wegen der Süßkirschen, deren Bewachung vor allem meine Aufgabe war.

Heute habe ich mit den männlichen Pinsliesen zu tun, die sich in die Hose machen, weil ihre Freundin ein Kind von ihnen bekommt, wo sie sich doch nicht "reif" fühlen für eine Bindung. Und die dann - in der Regel völlig vergeblich - von mir erwarten, daß ich sie vor der drohenden Unterhaltspflicht bewahre. (Die Sorte schick ich dann meistens zu einer Kollegin, die ich nicht leiden kann).

Wenn ich solche Artikelchen lese, fühle ich mich manchmal sehr sehr alt.

P.S. Ich hätte meinem kleinen Enkelsohn, der mittlerweile 3 Jahre alt ist, gerne eine "Gartenbahn" zu Weihnachten geschenkt. Gabe es früher mal von Playmo mit Fahrgästen, Lokomotivführer und so. Gibt es heute nicht mehr, weil eine EU-Richtlinie dieses unglaublich gefährliche Spielzeug, das mit mörderischen 12 Volt betrieben wird, verboten hat. Manchmal wünsche ich mir eine Zeitmaschine. (Oder vielleicht sollte ich mich auf dem Schwarzmarkt umsehen, wo es noch Schreckschußpistolen, Knallplättchen, elektrische Eisenbahnen und Luftdruckgewehre gibt) Hat jemand einen Tip?

Montag, 17. Dezember 2012

Leftism in nuce


Ich verschwinde, weil Sie glauben, dass Erfolg, Kreativität, Talent, im Grunde jede Abweichung sanktioniert werden sollte. (Gerard Depardieu)