Samstag, 27. April 2013

Wo keimt die Gesellschaft? Kinder als Gemächsel

Die "Think Tanks" aller politischen Parteien haben inzwischen "Strategiepapiere" zum Umgang mit der liberalkonservativen AfD produziert. Oder verzapft.

Schon erstaunlich, was da an vorwiegend mit Steuergeldern finanzierten obskuren Institutionen existiert. Die FDP unterhält im Hans-Dehler-Haus zum Beispiel eine Abteilung "Strategie, Dialog und Kampagnen". Stell ich mir als so ne Art Oberste Heeresleitung der Freien Demokraten vor. Wahrscheinlich stehen da mit Dreispitz, Epauletten und doppelgeknöpften Litewkas uniformierte Strategen um den Sandkasten und postieren liberale Panzerhaubitzen und freidemokratische Leopardpanzer um ein versprengtes Häuflein mit Weltkriegs II-Flinten ausgestattete AfDler.

Jedenfalls sind die genialischen strategischen Erkenntnisse der FDP-OHL so geheim, daß sie die Presse nur in homöopathischen Dosen erreichen. Die erlauchten Strategen erkennen messerscharf in der liberalkonservativen AfD den Feind. Carl Schmitt läßt grüßen. 
Die, soweit erkennbar, ausgesprochen wertkonservativen Positionen zum Beispiel in der Familien-, Integrations- und Innenpolitik stehen den Inhalten der FDP diametral gegenüber.
Diesen Blog intressiert ja vor allem die Familienpolitik. Da heißt es  im AfD-Programm eigentlich nur kurz und knackig: "Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft." Na und?
So schreibt die Abteilung Strategie, Dialog und Kampagnen des Thomas-Dehler-Hauses zur AfD-Programmatik: "Die Forderungen erinnern hier an einige Kernpunkte der Tea-Party-Bewegung." Damit meinen die Liberalen etwa die familienpolitischen Aussagen der AfD, die für einen Schutz der Familie als Keimzelle der Gesellschaft eintritt und Bildung als Kernaufgabe der Familie sieht.
Nun sieht ja auch Art. 6 GG die Familie als Keinzelle der Gesellschaft, die deshalb folgerichtig "unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung" steht. Art 6 GG also: Tea-Party. Prosit! Unsere selbsternannte Rechtsstaats und Verfassungspartei FDP kann  bei folgendem Text wohl nur noch an Tea-Party denken.
Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft. Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.  Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft. ...
Wo die *piep*liberalen mittlerweile die "Keimzelle" der Gesellschaft verorten, offenbart die folgende rührende Gesellschaftsnotiz:
Nach einer kurzen Pause melde ich mich hier mit einer privaten Nachricht zurück. Am Wochenende bin ich Vater geworden. Mutter und Kind sind wohlauf.
Soweit ja nicht unbedingt schlagzeilenträchtig. Nur daß der Vater liberaler Bundestagsabgeorndeter, stockschwul und mit einem Mann "verheiratet" ist. Und so heißt es dann in diesem rührenden Posting weiter:
Mutter und Kind sind wohlauf. Gemeinsam mit ihrer Frau und meinem Mann freuen wir uns sehr über unsere wundervolle Tochter.
Das also ist das "moderne" Familienbild, daß unsere "modernen" Parteien - die CDU ziert sich noch ein bißchen - gegen das "Tea-Party" Modell der Verfassung stellen. Vor kurzem hat da schon der emeritierte Oberbürgermeister meiner Heimatstadt Brehm, Henning Scherf ähnlich geschwärmt. Seine mit einer Frau "verheiratete" Tochter, hat ein Kind von einem mit einem Mann "verheirateten"Mann.

Patchwork-familiy by nature. Da wird es in Zukunft sicher interessante Momente geben. Zum Beispiel, wenn das kleine Mädchen vom Sexualkundeunterricht nach Hause kommt, und seine lieben Mammis fragt, wie es denn wohl gezeugt worden sei. Und wie fühlt man sich eigentlich als aufgeklärter Liberaler, nachdem man das eigene Kind, wie es Kant ausdrückt, zum "Gemächsel" gemacht hat?

Kommentare:

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  2. Das arme, arme Kind.
    Das ist jetzt so ein Fall, wo es gut bis sehr gut, ist, wenn das Kind von Anfang an fremdbetreut wird.

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  3. Patchwork-familiy by nature. Da wird es in Zukunft sicher interessante Momente geben. Zum Beispiel, wenn das kleine Mädchen vom Sexualkundeunterricht nach Hause kommt, und seine lieben Mammis fragt, wie es denn wohl gezeugt worden sei


    Die Frage des Mädchens wird wohl eher sein, ob es ERWÜNSCHT war und IST. Aber vielleicht auch nicht. Kinder spüren, ob sie Wunschkinder sind, oder nicht. Und in Regenbogenfamilien sind ALLE Kinder heiss erwünscht und ersehnt. Was man von vielen anderen, auch wertkonservativen katholischen Familien nicht unbedingt zu hundert Prozent postulieren kann.

    Dementsprechend sind auch die entsprechenden Untersuchungen von Regenbogenfamilien ausgegangen. Es kommt nicht drauf an WIE ein Kind gezeugt wurd, sondern viel mehr darauf ob es ERWÜNSCHT ist, oder ob es einfach so passiert, oder, worst case, ob es unerwünscht oder gar erzwungen wurde, GEGEN den Willen der Mutter, der Eltern.

    Die katholische Kleinfamilie ist ein Wunschbild aus dem deutschen Heimatfilm der fünfziger Jahre. Der Mensch ist ein Herden- und Hordentier. Von jeher ist eigentlich die Grossfamilie, in der mehrere Generationen, Geschwister, Onkel, Tanten, Vettern und Basen wenn schon nicht zusammenleben, so doch zusammenstehen und zusammen für die Kleinen da sind, die Grundform der Familie. Da ist die Familie meit mehreren Vätern und Müttern nur der erste Schritt in die richtige Richtung, nachdem die Industrialiseirung und der von der Kirche heilig gesprochene Kapitalismus die Kleinfamilie praktisch erzwungen hat.

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  4. Lieber F.M die Sache ist etwas anders, ein Kind das geplant ist, ist meist nicht so erwünscht, wie es halt nunmal ist, sondern so, wie seine Eltern es sich vorstellen.
    Es ist die Quelle vielen Leids, diese geplanten und für teures Geld gezeugten Kinder, die dann doch so sind, wie sie halt nunmal sind.
    Sorum geshen ist es besser, man nimmt die Kinder so wie sie halt nun mal kommen "in Gottes Namen" dann können sie auch besser wachsen, als irgendwelche geplanten Wunschkinder, an denen beständig herumgezobbelt wird.

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  5. @F.M. "Die katholische Kleinfamilie ist ein Wunschbild aus dem deutschen Heimatfilm." No Sir. Die Kleinfamilie ist nicht katholisch, sondern, wie es unsere Verfassung sagt, natürlich. An dieser Stelle, gerade an dieser Stelle spricht unsere keineswegs "katholische" Verfassung vom natürlichen Recht. Das der "Kapitalismus" (welcher?) von der Kirche heilig gesprochen wurde, ist ein Witz. Ein schlechter Witz. Die Kirche hat allenfalls das Eigentum heilig gesprochen und die Familie. Beides aber ist Bedingung der Freiheit. So jedenfalls Leo XIII. Die Patchworkfamilie ist vielmehr mit ihrem extremen Individualismus (Kinder sind "erwünscht", d.h. sie sind ein Produkt, das man "machen" kann, daher Gemächsel (Kant)) die ideale Familie eines, wie es Chesterton nennen würde, proletarianischen Kapitalismus.

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  6. Ester27. April 2013 09:01
    Lieber F.M die Sache ist etwas anders, ein Kind das geplant ist, ist meist nicht so erwünscht, wie es halt nunmal ist, sondern so, wie seine Eltern es sich vorstellen. ...


    Dass Eltern sich ganz bestimmte Kinder wünschen, ist nichts neues, aber mitnichten ein spezielles Merkmal von Regenbogenfamilien. Eher im Gegenteil! Da hadern schon einmal konservativ-katholische Familienväter mit dem Schicksal oder gar Gott (und daraus sind schon böse Tragödien entstanden, in die ganze Völker verwickelt waren!) wenn nach dem dritten Mädchen der heiß ersehnte Stammhalter ausbleibt und wieder „nur“ ein Mädchen geboren wird.
    Sie sollten sich einmal gründlich mit der Geschichte des aller katholischsten Hauses Habsburg befassen. Dort gibt es Beispiele zu Hauf, unter anderem unter dem Stichwort „Pragmatische Sanktion“ und „Erbfolgekrieg“. Und ich kenne genug Fälle, in denen man in Familien hier und heute über die Geburt eines Mädchens nicht allzu glücklich ist.
    Alle Untersuchungen und Studien, die bisher ganz spezifisch zu Regenbogenfamilien veröffentlicht worden sind, belegen, dass dies genau dort nicht so ist, sondern dass es dort den Kindern deshalb besonders gut geht, oder zumindest nicht schlechter als in gegen geschlechtlichen Lieben, weil sich die Eltern eben gerade nicht ein ganz spezielles Kind wünschen. Diese Wünsche, die Sie bei bei Regenbogenfamilien verorten, findet man in Wahrheit ganz wo anders; zum Beispiel in China oder besonders konservativen Familien, wie ich beschrieben habe.


    Johannes27. April 2013 11:12
    @F.M. "Die katholische Kleinfamilie ist ein Wunschbild aus dem deutschen Heimatfilm." No Sir. Die Kleinfamilie ist nicht katholisch, sondern, wie es unsere Verfassung sagt, natürlich.


    Also ich habe jetzt extra noch einmal im Grundgesetz nachgelesen. Das Wort Kleinfamilie kommt dort nicht vor. Es entspringt also nur Ihrer Fantasie, oder Ihrem katholischen Glaubenswunschdenken, wenn Sie die Kleinfamilie im Deutschen Grundgesetz verorten.
    Und natürlich ist die Kleinfamilie schon gar nicht, wie wir aus der Anthropologie wissen. Natürlich wäre das Leben in der Grossfamilie, aber das ist, wie ich beschrieben habe, in unserer wunderbaren, turbokapitalistischen Welt fast unmöglich. Schon mit drei Kindern zieht jeder Vermieter die Augenbrauen bis zum Scheitel hoch, wenn sie seine Wohnung mieten wollen.

    An dieser Stelle, gerade an dieser Stelle spricht unsere keineswegs "katholische" Verfassung vom natürlichen Recht.

    Nein, auch das ist falsch. In der deutschen Verfassung wird nur an zwei Stellen das Wort natürlich verwendet. Einmal im Artikel 20a, wo die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen gefordert wird, was ich weniger mit der katholischen Kirche und dem Konservativismus in Verbindung bringe, sondern eher mit den altbösen Grünen und zum zweiten mal im Artikel sechs, wo die Pflege und Erziehung der Kinder als natürliches Recht der Eltern subsumiert wird. Aber wieder keinerlei Hinweis auf Kleinfamilie.

    Das der "Kapitalismus" (welcher?) von der Kirche heilig gesprochen wurde, ist ein Witz. Ein schlechter Witz. Die Kirche hat allenfalls das Eigentum heilig gesprochen und die Familie. Beides aber ist Bedingung der Freiheit. ...

    Ein schlechter Witz ist höchstens Ihre Argumentation mit der Verbindung von Eigentum und Freiheit. Wenn das wahr wäre, würde jedes Armutsgelübde vollautomatisch in die Unfreiheit und Sklaverei führen. Und Sie wollen wirklich nicht ein katholisches Kloster mit Fratres und Patres in Klausur, die ewige Profess abgelegt haben, als Hort der Unfreiheit verorten.

    PS: Nur vorbeugend, auch das Wort NATURRECHT, das der emeritierte Papst im Deutschen Budnestag als Rechtsgrundlage gefordert hat, ist im Grundgesetz nicht enthalten. Vielleicht deshalb, weil die Mütter des Grundgesetzes wussten, dass mit dem Naturrecht über Jahrtausende hinweg die Sklaverei begründet wurde.

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  7. Lieber F.M ihr Wort in Gottes Ohr, soweit ich weiß "heben" die homo Beziehungen nicht so besonders lang.
    Und es geht auch darum, das es einfach nicht richtig ist, die Erzeugung von Kindern im Reagenzglas.
    Kinder sind Menschen und nichts gemachtes.
    Das Naturrecht muss auch nicht im Grundgesetz enthalten sein, genausowenig, wie die Maxwell'schen Gleichungen drin stehen müssen.

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  8. Lieber F.M ihr Wort in Gottes Ohr, soweit ich weiß "heben" die homo Beziehungen nicht so besonders lang.

    Glaubenswahrheit? Katholisches Wunschdenken? Realität jedenfalls nicht. gleichgeschlechtliche Lieben, vor allem mit Kindern, halten so kurz und so lange, wie katholische Ehen.
    Dass die Promiskuität vor allem in gleichgeschlechtlichen Gesellschaftsschichten zu finden ist, halte ich für ebenso unrealistisch, wenn ich mir die deutschen Tageszeitung mit ihren regelmässigen Berichten über das ausufernde, heterosexuell gestrickte, Rotlichmilieu vor Augen führe.
    Vielleicht wird über gleichgeschlechtliche Lieben und Ehen einfach mehr berichtet und den Berichten mehr Aufmerksamkeit geschenkt, weil die Gesllschaft diesbezüglich im Umbruch ist.

    Und es geht auch darum, das es einfach nicht richtig ist, die Erzeugung von Kindern im Reagenzglas.

    Glauben Sie. Da glauben aber andere Menschen etwas ganz anderes. Und deswegen muss in der Gesellschaft darüber gesprochen werden. Und genau das geschieht gerade.
    Vielleicht sollten Sie sich daran gewöhnen, dass Wahrheiten, die einfach von oben herab befohlen werden, heute nicht immer, überall und von allen akzeptiert werden.

    Kinder sind Menschen und nichts gemachtes.

    Also wenn man nichts macht, dann gibts auch keine Kinder. Insofern sind Kinder sehr wohl etwas gemachtes.
    Dass Kinder einfach so aus einer Laune Gottes heraus entstehen gabs nur einmal und sollten doch noch nicht einmal mehr sehr gläubige Katholikinnen annehmen.

    Das Naturrecht muss auch nicht im Grundgesetz enthalten sein, genausowenig, wie die Maxwell'schen Gleichungen drin stehen müssen.

    Mit dem Unterschied, dass die Gleichungen absolut eindeutig definiert in jedem Labor nachvollziehbar und gleich sind, während das Naturrecht für verschiedene Menschen zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten immer etwas anders bedeutet.
    Was hat man nicht schon alles mit dem Naturrecht begründet, was letztendlich nur der Prägung auf eine bestimmte Kultur, eine bestimmte Zeit oder bestimmten Umständen geschuldet war.
    Fragen Sie einen Muslim, was er unter den Stichworten Naturrecht und Ehe versteht und vergleichen Sie das mit der römisch-katholischen Auffassung von Naturrecht und Ehe, wie sie auf dieser Seite hier propagiert werden.
    Noch nicht einmal beim menschlichen Leben gibt es im Naturrecht für alle eindeutige und allgemeingültige Auffassungen.
    Vergleichen Sie einmal die Einstellungen verschiedener Menschen, Völker, Nationen und Rechtssystemen zum Thema Todesstrafe. Sogar in der römsich-katholischen Kirche und ihrer Lehre gibts da bis heute die abartige Schizophrenie, dass im Paragrafen 2266 der Katechismus Hinrichtungen expressis verbis NICHT absolut ausgeschlossen werden, während in den Sonntagspredigten seit einiger Zeit gegen die Todesstrafe angeredet wird.

    Deswegen kann ich vor dem Naturrecht nicht genug warnen. Es ist ein reines Willkürrecht, das früher als Faustrecht des Stärkeren durchgesetzt wurde und das war bis vor nicht allzu langer Zeit oft genug die römsich-katholische Hierarchie. Das ist vorbei. Und das ist auch gut so!

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  9. Junge Junge, sie könne vor dem Naturrecht so viel warnen wie sie wollen, es ist einfach! Egal wie pervertiert und verkehrt es verstanden wird und wurde.
    Und von Maxwellschen Gleichungen und Geschichte der Naturwissenschaften haben sie auch keine Ahnung.
    Aber das nur nebenbei.
    All diese Errungenschaften der supermodernen sind keine 20 Jahre alt, und ich denke das sie nicht länger "heben" werden als das Vandalenreich in Nordafrika, das von Historikern als kurz eingestuft wurde.
    Nur, die Untergänge der Hochkulturen gehen meist recht schmerzhaft und brutal vor sich, manchmal zieht sich die Agonie auch recht lange hin, deshalb wäre es m.E. besser das alte Europa besänne sich auf seine christlichen Wurzeln, aber wir werden sehen.
    M.E überlässt Gott uns selber und unserem Wahn und in spätestens 15 Jahren ist ein Drittel der Bevölkerung über 65 und als Mensch der ein wenig in der Altenpflege arbeitet, kann ich nur sagen "das wird lustig" (ist zynisch gemeint). Da kann man noch soviel den rüstigen Alten und "fit und vital ins hohe Alter" propagieren, man wird einfach alt.
    Und so Sachen wie "Lina Bracke", das ist leider nicht real.
    Das ist übrigens für mich Naturrecht, wenn eine Gesellschaft sich nicht um ihren Nachwuchs kümmert, und die Erzeugung selbigen nicht schützt und regelt und hütet und feiert, dann.... aber das glauben sie mir nicht, aber wir werden es sehen.

    Und in Sonntagspredigten waren sie auch schon lange nicht mehr, da wird doch allerhöchstens über lieb und nett sein und brav den Müll trennen gepredigt.

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  10. Ester28. April 2013 06:56
    Junge Junge, sie könne vor dem Naturrecht so viel warnen wie sie wollen, es ist einfach! ...

    Das ist mir schon klar, aber welches Missverständnis von Naturrecht gilt nun?
    Etwa das muslimische, das allen Männern vier Ehefrauen und noch mehr Nebenfrauen zubilligt, wenn sie es sich materiell leisten können? Ich vermute, dass genau das nicht im katholischen Sinn sein kann.
    Die Sklaverei dagegen hat die katholische Kirche niemals allzu streng gesehen. Das wäre argumentativ nicht gut gegangen, wo doch die Kirchenfürsten als Feudalherren selbst jede Menge Leibeigene hatten.
    Man muss sich das mal vorstellen! Da wird mit Ihrem heiss geliebten Naturrecht begründet, dass eine natürliche Person, ein MENSCH, egal ob Kind, Frau oder Mann, Besitz und Eigentum eines anderen Menschen sein kann.

    Und von Maxwellschen Gleichungen und Geschichte der Naturwissenschaften haben sie auch keine Ahnung.

    Dann sollte ich Ihnen vielleicht nicht mitteilen, was für einen Abschluss ich habe, um Sie nicht allzu sehr zu erschrecken.

    All diese Errungenschaften der supermodernen sind keine 20 Jahre alt,...

    Nein, gleichgeschlechtliche Liebe als hoch angesehen Art zu lieben ist natürlich eine Erfindung der altbösen 68er und Daniel Cohn-Bendits. Aber das ist doch viel länger her als nur zwanzig Jahre wie Sie schreiben. Aber das gabs vorher noch niemals.

    Nur, die Untergänge der Hochkulturen gehen meist recht schmerzhaft und brutal vor sich, ...

    Ist das nicht ein wenig billig? Die Argumentation, dass die Welt am Abgrund steht und nur die römisch-katholische Moral sie retten kann? Wahrscheinlich nur die römisch-katholische Sexualmoral. Striktester Observanz. Eine Tyrannei der Tugend, wie sie zu Zeiten Johannes Calvins in Genf herrschte, oder in seiner katholischen Version als Girolamo Savonarola in Florenz?
    Und überhaupt, was ist mit Japan? Die haben sich mit dem Langschwert in der Hand gegen jede katholische Missionierung verwahrt. Müssten die demnach nicht schon vor ein paar hundert Jahren untergegangen sein? So ganz ohne römisch-katholische Sexualdoktrin?

    M.E überlässt Gott uns selber und unserem Wahn und in spätestens 15 Jahren ...

    Und dagegen kann nur die katholische Kirche helfen? Und die römisch-katholische Moraldoktrin? Die gibt’s in Schweden, mit seiner Staatskirche, dem bösen Sozialismus und dem Volksheimgedanken eher weniger. Trotzdem geht’s meiner Tante mit ihren neunzig Jahren recht gut mit der dortigen Betreuung. Und erst recht meinem schwerstbehinderten Neffen. Der wäre bei uns nie und nimmer auch nur erwachsen geworden. Jetzt ist er dreissig, und spielt, taubblind wie er ist, Schlagzeug in einer Rockband. Die Betreuung die dort die Allgemeinheit ganz selbstverständlich finanziert hat, hätte hier hunderttausende gekostet, was kein konservativer Politiker hätte verantworten können. Es geht auch ohne katholische Moraldoktrin.

    Und so Sachen wie "Lina Bracke", das ist leider nicht real.

    Nö, das ist ein Film.

    Das ist übrigens für mich Naturrecht, wenn eine Gesellschaft sich nicht um ihren Nachwuchs kümmert, ...

    Dann plädieren Sie also auch für das skandinavische Modell? Gut so!

    Und in Sonntagspredigten waren sie auch schon lange nicht mehr, ...

    Ja, Calvin ist tot, Savonarola ist tot und Ulrich Megerle, aka Abraham a Santa Clara war auch nicht allzu erfolgreich; und tot ist er obendrein. Keiner mehr da, der die Leute Sonntag für Sonntag richtig ausschimpft. Ein Elend für jeden aufrechten Katholiken.

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  11. Ich geb es einfach auf, taubbinde werden auch bei uns schwer alt, solange sie nicht, wie neulich in Belgien um Euthanasie nachsuchen.
    Im übrigen behaupte ich einfach, das Naturrecht ist keine katholische Spezialerfindung, sondern einfach das was jeglicher Zivilisation zugrunde liegt.
    Und von Behinderteneinrichtungen in D haben Sie auch keine Ahnung.

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  12. Lieber F.M.Eine offene Frage: Haben Sie Kinder? Im Fragealter? Oder beschäftigen Sie sich mit der Frage der Fortpflanzung nur auf wissenschaftlicher Ebene? Ich wette ich habe recht.
    Dann kann ich Ihnen eigentlich nur raten; The proof of the pudding is in the eating. Wenn Ihre Kindern dann erwachsen sind, kommen wir auf die Problematik noch mal zurück.

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  13. Ich geb es einfach auf, taubbinde werden auch bei uns schwer alt, solange sie nicht, wie neulich in Belgien um Euthanasie nachsuchen.

    Ich bitte um Vergebung, dass ich hier anscheinend ein Missverständnis verursacht habe.
    Was ich sagen wollte ist, dass bei den derzeitigen Unterstützungen, die Eltern behinderter Kinder in Deutschland, sowohl von sozialpädagogischer, als auch medizinischer Seite her, von der gesellschaftlichen ganz zu schweigen, zu erwarten haben, diese Kinder eine massiv verkürzte Lebenserwartung haben. Und dass mein Neffe in Schweden in den Genuss von medizinischer, sozialer und gesellschaftlicher Betreuung und Unterstützung gekommen ist, von der Behinderte und deren Eltern hier noch nicht einmal zu träumen wagen. Die wissen noch nicht einmal, dass es so etwas für Behinderte Menschen geben könnte, weil bei uns eben auch an Behinderten massiv gespart wird; zum Nachteil der Betroffen.


    Lieber F.M.Eine offene Frage: Haben Sie Kinder? Im Fragealter? Oder beschäftigen Sie sich mit der Frage der Fortpflanzung nur auf wissenschaftlicher Ebene? Ich wette ich habe recht.

    Sie haben völlig Recht! Ich habe Kinder, eigene erwachsene und jüngere im Fragealter und ich bin Naturwissenschaftler.

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  14. Lieber F.M Sie sind ein Troll!
    Oder in der Tat Naturwissenschaftler, aber aus dem Elfenbeinturm!
    Das mit den Behinderten und der verkürzten Lebenserwartungen stimmt definitiv nicht.
    Was definitiv stimmt, ist dass Behinderteneinrichtungen heruntergefahren werden, einfach weil es immer weniger junge Behinderte gibt, wegen der, aber das finden Sie bestimmt toll, Abtreibung.

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  15. Oder in der Tat Naturwissenschaftler, aber aus dem Elfenbeinturm!

    Mein Arbeitgeber ist führend bei der onkologischen Forschung. Wenn Sie das als Elfenbeinturm rubrizieren, bitteschön. Wir sehen tagtäglich Fortschritte in der Krebstherapie.

    Das mit den Behinderten und der verkürzten Lebenserwartungen stimmt definitiv nicht.

    Sie sollten sich intensiv zu medizinischen Studien fortbilden, Vieleicht fangen Sie hier http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp068083 an, wenn wir schon beim Thema sind.

    Also Ihr Glauben zu den Einrichtungen für Behinderte in allen Ehren, aber da gibts in anderen Ländern ein grundlegend anderes Verständnis dazu. Das zum Beispiel in Skandinavien, das ich aus familiären Gründen sehr gut kenne, ganz anders von der Allgemeinheit alimentiert wird, als Österreich oder Deutschland.
    Aber welcher Politiker in D, A oder CH könnte es schon wagen schwedische Grenzsteuersätze auch nur zu denken. Das wäre ja altböser Sozialismus pur. Enteignung, Raub, Diebstahl wären die Argumente. Die bittere Wahrheit ist eben die, dass die Sorge um behinderte Mitmenschen bei uns nix kosten darf. Das sieht man dort eben anders. Sie können sich Ihre Polemik zu Schwangerschaftsabbrüchen deswegen sparen. Sie ist falsch und beleidigend für jeden behinderten Mitbürger. Ende.

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