Samstag, 20. Juli 2013

Zum 20. Juli 1944: Wo aber der Geist Gottes ist, da ist Freiheit!


Daß ich an diesem Tag wieder einmal meinen Lieblingsmarsch ins Netz stelle, den von Beethoven komponierten "Yorckschen Marsch", hat durchaus seinen Grund. Nicht nur, daß der Marsch an die Befreiungskriege erinnert, ein Nachfahre des Generalfeldmarschalls von Yorck war an dem gescheiterten Aufstand gegen Hitler beteiligt, und einer seiner Nachfahren hielt im Wendejahr 1961 eine Ansprache zum Gedenken an die Widerstandkämpfer:
"Ich fürchte, es gibt noch viele in unserem Volke, die das Wort „Freiheit“ im Munde führen und nie erfahren haben, was eigentlich sie damit für sich erheischen. Vielleicht meinen sie, sie würden gefragt, was ihre Unbekümmertheit, ihr Wohlleben, ihre eigenen Meinungen ihnen wert seien, während doch die Freiheit unsere Bereitschaft einfordert, unsere Habe, unsere Sicherheit, unser Leben, ja unsere äußere Ehre an dieses eine höchste Gut zu setzen, unserem Gewissen zu leben, verantwortlich zu existieren. Nicht umsonst sagt der Apostel: „Wo aber der Geist Gottes ist – da ist Freiheit!“ (Paul Graf Yorck von Wartenburg, Ansprache am 20. Juli 1961)
Eine Sammlung der  - meist lesenswerten - Ansprachen zu diesem Tag findet sich hier.

Freitag, 19. Juli 2013

Mein Gott Helmut! Kohl bezeugt "Schwulenhochzeit'"

Die Presse beglückt uns heute mit der Nachricht, daß Helmut Kohl als Treuzeuge bei einer "Schwulenhochzeit" assistiert habe. Weiterer Trauzeuge - unser Bundesaußenminister Schwesterwelle.

Auch Stinkstiefel Pofalla, noch immer Kanzleramtsminister, war anwesend.

Nun gab es ja schwule Christdemokraten schon zu allen Zeiten. Nur daß sie sich nicht entblödeten, zum Standsamt zu wallen und dort zu "heiraten". Daß etwa er hochverehrte Außenministers Heinrich von Brentano - ein Angehöriger der berühmten Dichtersippe - schwul war, war dem hochverehrten Kanzler Adenauer weiland einfach nur "ejal". Dabei hätte es ja bleiben können.

Nun ist die moderne Christdmokratie da ja schon viel "weiter". Wie weit im übrigen die sprachliche Sensibilität der Journaille bereits verrottet ist, läßt sich daran ablesen, daß die Welt diese juridische Begründung eines staatlich subventionierten Homokonkubinats als "Schwulenhochzeit" bezeichnet. Der Focus schreibelt was von "Homo-Ehe" und bezeichnet Kohl als "Trauzeugen".

Ein flüchtige Presseschau bestätigt, daß auch die übrige Journaille die Begriffe "Homo-Hochzeit", "Homo-Ehe" in ihr Repertoire aufgenommen hat.

Gerade heute veröffentlicht Bischof Algermissen ein Statement zum Thema. Der Kommentar ist am Tag seines Erscheinens schon überholt:
Das geht schon so weit, dass eine pervertierte Sprachregelung unter Journalisten den Begriff „Hetero-Ehe“ geprägt hat, um damit das zu bezeichnen, was vor einigen Jahren fraglos das Normale und Gesunde war. Andererseits schienen sogar führende CDU-Politiker vom Etikettenschwindel der „Homo-Ehe“ befallen zu sein. Ist uns eigentlich nicht mehr bewusst, dass derartige Begriffe in kurzer Zeit Wahrheit verändern und stabile Haltungen zerstören? Über die Folgen werden wir uns noch wundern.
Vielmehr ist der mit Sicherheit prominenteste CDU-Politiker vom Virus befallen. Und die Folgen sind schon eingetreten. Die "Homosexualisierung der Gesellschaft" (Reiche) ist Geschichte.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Doomsday 3 Juli 1863:Die Schlacht von Gettysburg im Zeitalter des Massenmordes.

Opfer der Schlacht bei Gettysburg

Um meiner Tochter das Klampfen beizubringen, habe ich gestern mein altes Folk-Song-Buch ausgegraben. Schön einfach, ohne Barré-Griffe, also G, D, C, Em. How many roads von Bod Dylan, die richtige Peace-Schnulze für blutige Anfänger.  Doch als ich die Texte analysiere, wird mir schlecht. Eine Zeile wie "how many times must the cannonballs fly, before they´re forever banned" dreht mir heute den Magen um.

Als der ExProtest-Sänger Dylan das Lied dichtete, flogen die Cannonballs schon längst nicht mehr. Die Artillerie schoß schon seit den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts nicht mehr mit "cannonballs", sondern mit  sprengstoffgefüllten Granaten, die Feldartillerie besaß Hinterlader mit gezogenen Läufen, ihre Vernichtungskraft überwog die der "cannonballs" um das Vielfache. Im American Civil War kamen diese Massenvernichtungswaffen zum Einsatz, zusammen mit neuen Präzisionsgewehren mit Minié-Geschossen, erste Maschinengewehre kamen auf beiden Seiten zum Einsatz.

Das Ergebnis war eine Kriegsführung mit apokalyptischen Dimensionen. Mehr als eine Million Menschenleben kostete dieser Krieg, fast ein Füntel der männlichen (weißen) Bevölkerung der Südstaaten verlor ihr Leben, auch der Norden zahlte einen hohen Blutzoll, der prozentual allerdings weniger ins Gewicht fiel. Die politischen und wirtschaftlichen Folgen waren nichts anderes als vernichtend für den Süden. Das durchschnittliche Einkommen in den Südstaaten fiel nach dem Krieg auf lediglich 40% des Durchschnittseinkommens der Nordstaaten, die Verarmung des Südens - einschließlich der schwarzen Bevölkerung, die ihre "Befreiung" teuer bezahlen mußte - hielt sich bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Hatten wir - mein Repertoire von Dylan-Songs war nahezu lückenlos - eine romantische Idee des Krieges? Jedenfalls hatten wir eine romantische Idee dieses Krieges, des American Civil War. Lincolns Propagandaarbeit, mit der er den American Civil War vor allem den gläubigen Menschen in Europa als Krieg für die Menschenrechte der schwarzen Bevölkerung verkaufte, hatte nachhaltigen Erfolg. Auch wenn er offen zugab, daß das Ziel der Wahrung der Einheit der Unvereinigten Staaten von Amerika weit wichtiger war, die Emanzipation der Schwarzen eher Mittel als Ziel des Krieges.

Martin Luther King - ein weiterer Held unserer Zeit - referierte auf den Mythos Lincoln als "Sklavenbefreier". In seiner berühmten Ansprache vom 28. August 1963 - vor dem Abraham-Lincoln-Memorial - bezog er sich zwei mal direkt auf Lincoln, auf dessen Emancipation Declaration wie - rhetorisch - auf die ebenso berühmte Gettysburg Adress.

Nur daß die Emancipation Declaration, die alle schwarzen Sklaven befreite, die auf dem Territorium der Conföderierten lebten, sich eben nur auf diese Sklaven bezog, nicht aber auf die Sklavenstaaten, die sich der Union angeschlossen hatten - die Declaration war eine Lüge, nur eine politische Waffe mit dem Ziel, die Conföderation wirtschaftlich und politisch zu vernichten. Warum nur sprach King ausgerechnet zum Jahrestag dieser Declaration, warum bezog er sich ausgerechnet auf die Gettysburg address, ein rhetorisches Machwerk, dessen inhaltliche Banalität in einem eigenartigen Kontrast zu ihrem rhetorischer Bombast steht.

Martin Luther King war - trotz aller Referenz zu Lincoln - aufgefallen, daß der Scheck, den Lincoln ausgestellt hatte, keine Deckung aufwies. Die ehemaligen schwarzen Sklaven wurden zu schwarzen Lohnsklaven der niedrigsten Stufe.

Die Nation war formell geeint, wie alle anderen Nationen, die aus dem nationalistischen 19. Jahrhundert hervorgingen. Der Blutacker war bereitet für das noch größere Schlachten.

Inzwischen habe ich die Rede von Liao Yiwu gefunden, nach der ich gesucht habe. Paßt sie nicht wunderbar auf alle anderen "Großen Nationen", die ihre Geburt ebenso Großen Blutbädern zu verdanken haben?

Mittwoch, 26. Juni 2013

Supreme Court adelt das Homokonkubinat zur Homo-Ehe: wie sich die Demokratie selbst abschafft.

Man könnte diese Entscheidung durchaus als antidemokratischen Putsch ansehen: in einer Entscheidung vom heutigen Tag hebt der amerikanische Supreme Court das 1996 unter der Regierung Clinton mit überwältigender Mehrheit verabschiedete Gesetz "zur Verteidigung der Ehe", den Defence of Marriage Act (Doma) auf. Homosexuelle - so das Gericht - haben ein "Recht auf Eheschließung".

Gleichzeitig hebt das Gericht ein Gesetz auf, mit dem die Bürger Kaliforniens im Rahmen eines Volksentscheids ebenfalls mit großer Mehrheit die Ehe als Ehe zwischen einem Mann und einer Frau definierten.

Tatsächlich ist diese Entscheidung völlig demokratisch ergangen. Nämlich mit der Mehrheit der linksliberalen und eines liberalen Richters gegen vier konservative Richter des Supreme Court.

Dieses Schauspiel haben wir vor wenigen Tagen auch in Deutschland erlebte. In einer skandalösen Entscheidung - ich empfehle die Lektüre des Sondervotums - haben auch hier Verfassungsrichter die "bürgerliche" Ehe dem Homokonkubinat gleichgestellt. Überflüssig zu erwähnen, daß die beiden überstimmten Richter von der CDU gestellt wurden. Auch hier entscheidet man in der Regel nach dem Wunsch und Willen eben der Couleur, die einem das Amt verschafft hat. Man muß ja dankbar sein.

MEIN Urteil, daß ich nach Jahrzehnten der beruflichen Befassung mit diesem - dem BverfG - und dem anderen Gericht - dem Supreme Court - fälle, lautet wie folgt:

Das Gericht ist schon als Institution eine Lüge. Soll es doch genau die Institution kontrollieren, aus der es sich rekrutiert. Die Richter des Bundesverfassungsgerichts wie des Supreme Court werden nach einem banalen Parteienproporz in das Gericht gewählt. Jede politische Partei schlägt folgerichtig Richter vor, von denen sie erwarten kann,  daß sie nicht das Recht, sondern die zeitgemäß opportune Meinung ihrer jeweiligen politischen Partei vertreten. So kommt es, daß in unserem Verfassungsgericht - wie im Supreme Court -  mit wenigen hochehrenwerten Ausnahmen vorwiegend Richter mäßigen Verstandes und begrenzter Bildung sitzen. Hampelmänner, die ihre Position nicht ihren hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen, sondern ihrem verläßlichen politischen Opportunismus verdanken.

Das war nicht immer so, und muß auch nicht immer so sein, und etwa in der Geschichte des Bundesverfassungsgerichtes finden sich durchaus Entscheidungen, die ihren Ehrenplatz in der Geschichte des Rechts verdienen. Aber die Zahl dieser im positiven Sinn epochemachenden Urteile - zu nennen sei etwa das Trümmerfrauenurteil - ist weit geringer als die Zahl der Urteile, die nur das Prädikat erbärmlich verdienen. Wobei noch hinzukommt, daß die Umsetzung etwa des Trümmerfrauenurteils noch immer auf sich warten läßt, wogegen das Skandalurteil zur Homo-Ehe erstmals sofort und auch noch rückwirkend angewandt werden muß.

Der Kommentar zum heutigen Urteil des Supreme Court lautet : auch hier sitzen politische Opportunisten zu Gericht, die selten anders urteilen, als die politische Strömung es erwartet, der sie sich zuzählen. Es bleibt damit festzuhalten, daß Parteiendemokratie und Rechtsstaat sich nicht gegenseitig bedingen, sondern sich gegenseitig ausschließen. Die Aristokratie des Rechts, die über dem Demos stehen muß, ist dann machtlos, wenn sich die Aristokraten aus eben dem Pöbel rekrutieren, dem sie mores zu lehren hätten.

Sonntag, 23. Juni 2013

Waldschlösschen-Appell: Der Homoismus auf dem Weg zur totalitären Staatsideologie.

Der Denkerklub 1819

Wer da geglaubt hat, daß David Bergers Forderung, "Homophobie" als verbotene Meinung zu ächten, und "homophobe" Kritiker der Homosexualisierung der Gesellschaft aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen, nur die Meinung eines verbitterten und isolierten Radikalen ist, täuscht sich. Mit dem Waldschlösschen-Appel ist Bergers Initiative einen Schritt weiter gekommen zur totalitären Staatsideologie.

Nicht nur die Forderungen sind radikaler geworden, die Unterstützung ist breiter geworden, den Waldschlösschen-Appell unterzeichnen nicht nur Einzelpersonen, sondern unter anderem eine aus Steuergeldern unterstützte Bundesstiftung. Natürlich fehlen nicht die üblichen Verdächtigen, wie der unsägliche Professor Dr. Sigusch, auch Dr.Dr. David Berger, nun stolzer Chefredakteur der führenden deutschen Schwulenzeitschrift, hat unterzeichnet.

Unterschrieben hat aber auch die Deutsche AIDS-Hilfe, die auf ihrer Homepage stolz mit einem Photo der Bundeskanzlerin wirbt, und sich im wesentlichen mit staatlichen Zuschüssen finanziert. Im Vorstand des Vereins findet sich Herr Tino Henn, der sich auf der Homepage der AIDS-Hilfe dezent als Unternehmer im Verlags- und Gesundheitswesen bezeichnet, aber auf dem Waldschlösschen-Appell etwas präziser als Geschäftsführer des auf schwule Kundschaft spezialisierten Porno-Verlags Gmünder GmbH firmiert.

Die Unterzeichnung des Appells durch die ausschließlich aus Steuermitteln finanzierte Bundesstiftung Magnus Hirschfeld wäre ein Skandal, hätte man sich an solche Skandale nicht schon längst gewöhnt. Wirtschaftliche Basis der Stiftung ist das aus Steuergeldern zur Verfügung gestellte Grundkapital von 10 Millionen Euro, im Kuratorium sitzen neben der Vorsitzenden, Frau Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger  (FDP und HU) diverse Bundestagsabgeordnete von CDU/CSU, Liberalen, Linken, Grünen. Daß Volker Beck als Repräsentant der Päderasten-Partei Grüne nicht fehlen darf, ist klar. Hat ja sowieso schon den Appell unterschrieben.

Was schließen wir daraus? Daß demnächst ein Allparteien-Kartell die in dem Waldschlösschen-Appell genannten "homophoben" Äußerungen staatlicherseits unter Kuratel stellen wird, Forderungen, "Homophobie" unter Strafe zu stellen, werden von der Homoisten-Lobby ja schon seit längerem erhoben. Die Chancen scheinen bestens zu stehen.

Magnus Hirschfeld, der Namensgeber der Stiftung war übrigens der Überzeugung, daß Homosexualität genetisch bedingt sei. Aus dem Waldschlösschen-Appell können wir damit nun schließen, daß demnächst diese von keinem seriösen Wissenschaftler vertretene Lehre offizielle Staatsdoktrin werden wird, der zu widersprechen nicht erlaubt ist. Ein bißchen mulmig darf man sich bei dieser Vorstellung schon fühlen, war doch Hirschfeld Eugeniker und Mitglied der "Gesellschaft für Rassenhygiene".

Die Forderungen orientieren sich wirklich an dieser Lehre, den nur mit der Theorie, daß Homosexualität auf einer unabänderlichen genetischen Disposition beruht, läßt sich begründen, daß Homosexualität weder widernatürlich sei, noch auf einer persönlichen Entscheidung beruhen könne, was für ausschließlich homosexuell Orientierte nicht ohne weiteres wahr, für Bisexuelle aber mit Gewißheit eine Lüge ist.

Daß Homosexualität unheilbar ist, läßt sich mit der Lehre des bekennenden Rassisten Hirschfeld gut begründen, mit der klassischen Psychologie gar nicht.

Daß heterosexuelle Jugendliche zur Homosexualität verführt werden könnten, ist dann Unfug, wenn man an eine von Geburt an unabänderliche sexuelle Orientierung glaubt, nicht aber, wenn man mit der klassischen Psychologie der Auffasssung ist, daß die sexuelle Orientierung Ergebnis der Formung einer im Kindes- und Jugendalter noch ungeformten Sexualität ist.

Den verqueren Satz, daß Homosexualität eine "Begünstigung für Missbrauch" sei, kann man vielleicht so verstehen, daß Homosexualität nicht Ursache für Kindesmißbrauch sei. Dagegen spricht die Erfahrung eines Strafverteidigers ebenso wie die Kriminalstatistik, die belegt daß 25 % der Fälle von Kindesmißbrauchs einen homosexuellen Hintergrund haben.

Daß die Gleichmachung von Ehe und Homokonkubinat eine Gefahr für die Gesellschaft und ihren Fortbestand ist, sehen jedenfalls Millionen Franzosen genau so. Aber da könnte man vielleicht etwas präzisieren, es ist nicht die Einführung der Homo-Ehe, sondern vielmehr die ideologische Homosexualisierung der Gesellschaft. Gäbe es keine kopfstarke heterosexuelle Lobby, die seit Jahrzehnten an der Dekonstruktion der Ehe als eine auf Lebenszeit orientierte, auf die Zeugung und Erziehung von Kindern ausgerichtete Institution arbeitet, kein Mensch würde sich Gedanken über die "Diskriminierung" von Homosexuellen machen, die keine "Ehe schließen dürfen."

Nicht die Schwulen sind das Problem, sondern die Heteros, die den schwulen Aktivisten Beifall spenden, während die an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen.

Dienstag, 4. Juni 2013

Die "Welt" von heute: Ein bißchen Rassismus darf sein: solange es gegen heterosexuelle katholische Franzosen geht.

Busch: "Pater Filucius" Antikatholischer und antifranzösischer Chauvinismus anno 1870
Schau schau, da kommt er wieder zum Vorschein: der preußisch-protestantische Ethnozentrismus gerichtet gegen Katholiken und Franzosen, in einer Sprache, die wir aus ganz anderen Postillen kennen (für Menschen mit längerer Leitung: dem "Stürmer")
Hier, in der France profonde, regiert bisweilen ein Rückzug ins Private, in die eigenen vier Wände, der so gar nichts vom kulturellen Reichtum der "deutschen Innerlichkeit" hat, der vielmehr ein dumpfes, freudloses Leben anzeigt, das Affekte wie Habgier, Geiz und Missgunst zeitigt – die französische Literatur hat das immer wieder gestaltet. Hässliche, verfettete Menschen in schlecht gelüfteten, geduckten Häusern, die anderen das Ausleben ihrer Wünsche, Sehnsüchte und Begierden nicht gönnen – auch das ist Frankreich, ein Frankreich freilich, das der Durchschnittstourist nicht wahrnimmt und das auch von der allgegenwärtigen Tourismusbranche nach Kräften heruntergespielt wird.
Das muß man zweimal lesen:
Hässliche, verfettete Menschen in schlecht gelüfteten, geduckten Häusern ... die so gar nichts vom kulturellen Reichtum der "deutschen Innerlichkeit" ... haben.
Deutscher Dünkel, wie gehabt. Nur daß man anno 1870 diesen Haß auf den "Erbfeind" verbunden mit der dünkelhaften Überhöhung der eigenen Kultur dann auch noch gleich gegen andere Menschen mit anderen unästhetischen Körpermerkmalen richtete:
Busch, Plisch und Plum


Kurz die Hose, lang der Rock, 
Krumm die Nase und der Stock, 
Augen schwarz und Seele grau, 
Hut nach hinten, Miene schlau – 
 So ist Schmulchen Schievelbeiner. 
(Schöner ist doch unsereiner!)


Samstag, 1. Juni 2013

Nachtrag zu "Der Rock und die Grünen": Hey Greenies! Leave us kids alone!


We don´t need no education, we don´t need no thought control(Pink Floyd).

Wer bei Google die Worte "Grüne" und "Verbot" eingibt findet. VierMillionenAchthundertUndDreißig Eintragungen. Die Grünen sind die "Teacher"-Partei schlechthin. Dabei klebte zu antiautoritären Zeiten der "We don´t need no education"-Bapper auf jedem Kinderladendreirad.

Rock stand mal für Freiheit? Jedenfalls der von Pink Floyd (s.o.) den Stones (Street fighting man), den Beatles (Taxman), und auch von MC5 (Kick out the jams) und den "Ton Steine Scherben" (Keine Macht für niemand). Lang ists her. Die früheren Kinderladenkids und ihre Eltern sind grüne Sozialarbeiter und Lehrer geworden. Wäre ja nicht das erste Mal, daß eine anarcho-sozialistische Bewegung in blanken Autoritarismus umschlägt. Wer von Freiheit redet, und nicht weiß, daß das Eigentum zur wesentlichen Bedingung der Freiheit gehört, wird entweder lernen, oder in irgendeiner Form des autoritären Kollektivismus enden.

Taxman Mr. Cem-