Freitag, 31. Mai 2013

Die Grünen als Rocker? Nehmt das, Witzfiguren!


Cem Özdemir, das fleischgewordene Multikultidesaster, wollte mal witzisch sein. Dabei gehört Humor ja nun wirklich nicht zum Alleinstellungsmerkmal der Grünen, die im Prinzip zur humorfreien, weil moralinsauren Fraktion der von Jean Paul gegründeten Kultur des Weltschmerz gehören. 
„Nur sein Auge sah alle die tausend Qualen der Menschen bei ihren Untergängen. Diesen Weltschmerz kann er, so zu sagen, nur aushalten durch den Anblick der Seligkeit, die nachher vergütet.“ (Jean Paul, Selina oder über die Unsterblichkeit)
So kennen wir die Grünen. Und so kennen wir sie nicht:
"Ein persönliche Bitte: Liebe konservative Politiker, tut was ihr wollt und tut es wo ihr wollt, aber bitte lasst den Rock'n'Roll in Ruhe. Erst von und zu Guttenberg bei ACDC, jetzt Wulffs bei Springsteen. Was kommt noch? Kauder bei Manu Chao? Diese Musik steht so ziemlich für das exakte Gegenteil Eurer Politik. Wann stellt Seehofer, natürlich in der BILD, seine Sex Pistols Plattensammlung vor? Gnade BILD & Co. Habt Erbarmen. Cem"
Die Grünen als Rock´nRoller? Gut, war mal so, teilweise. Als Spontis die Bockenheimer/Schumannstraße in Frankfurt besetzten, stellte Joschka Fischer, braver Mieter in selbigem Haus, die Boxen auf den Balkon und drehte den Topakt der späten 60iger auf, MC5 ." Kick out the jams, Motahfucka". Auf den Bassboxen konnte man anschließend Spiegeleier braten. Und Claudia, die Mutter der A13-Oberstudienräte war mal Managerin des deutschen Pendants "Ton Steine Scherben". "Keine Macht für Niemand" . Text: "Keiner hat die Macht jemanden zu regieren"?

Wie sich das wohl mit einer Maximalsteuerbelastung von jenseits der 100% verträgt.? "There is one for you nineteen for me". (Beatles)  Nimm das Cem:

Let me tell you how it will be,
There’s one for you, nineteen for me,
‘Cause I’m the Taxman,
Yeah, I’m the Taxman.

Should five per cent appear too small,
Be thankful I don’t take it all.
‘Cause I’m the Taxman,
Yeah, I’m the Taxman.

 (If you drive a car ), I’ll tax the street,
(If you try to sit ), I’ll tax your seat,
(If you get too cold ), I’ll tax the heat,
(If you take a walk ), I’ll tax your feet. Taxman.

 ‘Cause I’m the Taxman, Yeah, I’m the Taxman.

Don’t ask me what I want it for (Haha! Mister Wilson!)
If you don’t want to pay some more (Haha! Mister Heath!),
‘Cause I’m the Taxman,
Yeah, I’m the Taxman.

 Now my advice for those who die, (Taxman!)
Declare the pennies on your eyes, (Taxman!)
‘Cause I’m the Taxman,
Yeah, I’m the Taxman.
And you’re working for no-one but me, (Taxman).

Die Klemmies von der ML rümpften übrigens die Nase über die Anarcho-Rocker. Daß Jürgen Trittin (KB(, Reinhard Bütikofer, Ralf Fücks, Winfried Kretschmann (KBW) sich jemals eine Vinylscheibe mit Anarcho-Punk-Rock reingezogen haben, glaubt doch kein Schwein. Mal was von einer marxistisch-leninistischen Punk-Rock-Band gehört? Eben. Es sei denn, man versteht die Leningrad-Cowboys als Agitpropband des Realsozialismus. Die Jungs, die sich damals nicht dummgekifft haben, sind heute bei den Radikalkonservativen und lesen Eifrei. Der dummegekiffte Rest wählt grün. Speed kills.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Fronleichnam und seine Rätsel

Jedes Jahr wirft Fronleichnam für mich neue Rätsel auf. Warum gibt es keine Haltegurte für Baldachinträger und warum muß man immer über diese blöden Stangen stolpern? Warum ist der Fußgängerweg immer genau so breit, daß einer der Baldachinträger mit einem Fuß auf dem Bürgersteig und einem Fuß auf der Straße laufen muß? Warum bin immer ich dieser Baldachinträger? Gibt es einen besonderen Ablaß für Baldachinträger? Ist ein Dreiteiler zwingend vorgeschrieben? Haben wir dieses Dilemma der Liturgiereform zu verdanken? Wie trägt man einerseits einen Hut in der Hand und andererseits eine Baldachinstange? Was sagt die Rubrik über das Tragen von Rayban-Sonnenbrillen durch Baldachinträger? Wo finde ich die Trainingseinheiten insbesondere für die Technik des Hut- sowie Baldachinstangentragens? Ist das Hütetragen für Männer außer Mode gekommen aufgrund des Baldachindilemmas und der epidemischen Ausbreitung verschiedener Formen der Reißmatismus bei Baldachinträgern? Welche Beitrag haben die Baldachinträger zur christlich-abendländischen Kultur geleistet?

Rätsel über Rätsel. Fragen über Fragen.

Dienstag, 28. Mai 2013

Mein Gott Heiner: Heiner Geißler knutscht mit David Berger


Christenverfolgung lohnt sich.

Der Theologe David Berger hatte über Jahre seinem katholisch-konservativen Arbeitgeber sein Doppelleben verschwiegen. Als er von Dritten als aktives Mitglied der hochpromisken schwulen Datingszene geoutet wurde, verlor er seine Arbeit. In der Folge gelang es Berger, sich zur verfolgten Unschuld zu stilisieren, aus dem Betrüger wurde der hochgelobte Publizist, der der verlogenen katholischen Kirche "die Maske vom Gesicht" riß.

Der stets sprungbereite publizistische Antikatholizismus war schnell mobilisiert. Die Anti-kreuz-net-Affäre hat David noch einmal zu sensationeller Publizität verholfen. Die Aktionen der antikatholischen Qualitätspresse nahmen zeitweise den Charakter einer Hatz an, vor allem gegen Mitglieder des Netzwerks katholischer Priester. Gleichzeitig jammerte Berger, er werde bedroht - was offenbar gelogen war - während Priester, die sich nicht viel mehr haben zu schulden kommen lassen. als bei kreuz.net gelesen oder kommentiert zu haben, eine regelrechte Hetzjagd über sich ergehen lassen mußten, bis hin zu Bombendrohungen.

Dieses Filmchen, veröffentlicht von dem verdientermaßen eingestellten Portal Spiegel-TV, gibt das Klima dieser Hatz in athmosphärischer Dichte wieder. Wer sich da noch einmal einfühlen will, und über einen starken Magen verfügt, kann sich die Jagdszenen ansehen.

Für Berger hat sich die Katholikenhatz gelohnt. David Berger hat sich "neu erfunden", allerdings in einer Weise, die bei David Berger ganz bestimmt nicht neu ist. Sein Mitkämpfer Bruno Gmünder hat ihn ab Juni zum Chefredakteur der führenden deutschen Schwulen-Zeitung "Männer" gemacht.

Das Juni-Heft werd ich mir ganz bestimmt kaufen. Da schreibt nämlich mein katholischer Lieblingsschreiber, Heiner Geißler. Der uns immer sagt, was Jesus Christus heute sagen würde. Der Heiner hat ja, wie wir alle wissen, einen wesentlich direkteren Draht zum Herrn als wir alle. Jesus Christus wird sozusagen in unserer Zeit durch Heiner Geißler gechannelt.

Jesus Christus - ganz klar - wäre heute wie Heiner bei ATTAC. Vergeßt Leo den XIIIten, den Sozialistenfresser. Und Jesus Christus ist natürlich heute - anders hätten wir das ja auch nicht erwartet - für die Homo-Ehe.
Das "Männer"-Heft will eine Art schwuler "Stern" sein: mit Fotostrecken, Mode und Lifestyle neben politischen und gesellschaftlichen Themen. Diesen Kurs will Berger fortsetzen. In seinem ersten Heft gibt es ein Interview mit Heiner Geißler. Der CDU-Politiker wirft darin seiner Partei vor, ihren christlichen Grundlagen nicht gerecht zu werden, wenn sie die Homo-Ehe ablehne.
Ob sich der Heiner wohl die weiteren Angebote des Bruno Gmünder-Verlags angesehen hat. Vor allem die "Lover-Boy" Serie? Mit Texten wie:
Vorstadtlümmel:Weil Alex den BMW seines Vaters zu Schrott gefahren hat, darf er nicht mit ins sonnenverwöhnte Spanien. Er muss in den Ferien zu Hause schwitzen und soll das Geld für die Reparatur auftreiben. Zum Glück sorgt der knackige Arsch des Nachbarsjungen für Ablenkung – und bringt ihn auf eine schamlose Idee: Sein eigener Hintern müsste doch auch bares Geld wert sein
Schuljungenreport:Daniel steht kurz vor dem Abitur, aber statt zu büffeln hat er nur eins im Kopf: seine Mitschüler. Was als Tagträumerei beginnt, wird schnell geile Realität, und weil ihm die strammen Jungs aus dem Sportkurs nicht genug sind, lässt er sich auch von seinen Lehrern zeigen, wo’s langgeht. Ob in der Dusche nach dem Sportunterricht oder im Lehrerzimmer – Daniel lernt schnell, wer das Heft in der Hand hat.
Was uns nebenbei  zeigt, daß die Reform des § 175 ungeahnte neue Geschäftsfelder eröffnet hat. (Die "Sexarbeit" von Strichjungen war bis dahin strafbar). Und daß die Schwulenszene schon die Reform des § 174 StGB fest im Auge hat (wo das Schutzalter ja leider noch bei 18 Jahren liegt). Knapp rechtmäßig ist auch schon vorbei.

Montag, 27. Mai 2013

Homoehe: Der Staat lügt, und Cannes schüttelt die Palme

Das Spielchen kennen wir schon. Die Veranstalter der "manif pour tous" betreiben, um Fehlinformationen widerlegen zu können, einen erheblichen Zählaufwand und zählen in Paris am gestrigen Tag eine Million Teilnehmer. Die Polizei zählt "nur" 150.000. Wer heute Radio hört oder Zeitung liest, hört oder liest von "einigen tausend" Demonstrationsteilnehmer.

Selbst die Junge Freiheit, von Berufs wegen auf seiten der Konservativen, verbreitet unzutreffende Informationen. Die Mehrheit der Franzosen sei für die Zulassung der Adoption durch Homosexuelle (falsch: die Mehrheit ist dagegen) Frigide Barjot sei nicht erschienen, weil für sie die Zeit der Demonstrationen vorbei sei (falsch: sie ist, wie bei SPON (!) nachzulesen ist, nicht erschienen, weil für ihre Sicherheit nicht garantiert werden konnte).

A hard rain´s a-gonna fall.

Kath.net informiert, katholisch.de mal wieder nicht, Thema ist dort die "Egoistische Profitgier" (kommt sicher noch Jungs, ich verlaß mich auf Euch)

Und Cannes schüttelt die Palme (wie heißt das eigentlich bei Lesben?). Und verleiht die Goldene Palme an einen Film, den selbst SPON (!!!) als lesbischen Softporno einstuft. Die Bionade-Bourgeoisie (wie heißt die eigentlich auf französisch? Auf englisch heißt das Bobo) jubelt. Und sogar SPON (!!!!!!) meint, daß das wohl als politische Demonstration zu verstehen sei.

Aber Cannes kann man Einseitigkeit keinesfalls vorwerfen. Zum Ausgleich wurde nämlich auch ein schwuler Porno ausgezeichnet. Mehr hardcore, wie man hört. Kundenorientiert eben. L´inconnu du lac. Inhalt:
Summertime. A cruising spot for men, tucked away on the shores of a lake. Franck falls in love with Michel. An attractive, potent and lethally dangerous man. Franck knows this, but wants to live out his passion anyway.
Begeisterung! Unter anderem bei der ehemals konservativen FAZ.

Hat ja auch sein Gutes. Man weiß jedenfalls in Zukunft was für einen Film man sich AUF GAR KEINEN FALL ansehen sollte. Einen mit goldener Palme.


Sonntag, 26. Mai 2013

Gegen Eigentum und Familie, Religion und Vaterland: Wer sind eigentlich "Die Grünen" ?

Sie sind für die Enteignung der "Reichen" und verstehen als "Reiche" offenbar schon Menschen mit mehr als 60.000 Euro Einkommen pro Jahr. Sie wissen, daß sie mit ihren Steuerplänen die mittelständische Industrie vernichten könnten, scheren sich aber nicht weiter darum.

Sie halten die Ehe für eine anachronistische Institution, wollen deshalb unter anderem das Ehegattensplitting abschaffen - das zuvor noch für das Homokonkubinat eingeführt werden soll - und sind der Auffassung, daß der Staat viel besser für die Kinder sorgen kann, als Vater und Mutter. Sie sind die engagiertesten Kämpfer für die Gleichmachung von "Homoehe" und "traditioneller" Familie, selbstverständlich sprechen sie sich für das Adoptionsrecht Homosexueller aus, und natürlich sind sie für den sexuellen Egalitarismus, die 50%ige Frauenquote - wobei sie gleichzeitg behaupten, Geschlecht sei eine soziale Konstruktion.

Sie sind wieder mal stramm "antizionistisch", und daß ihre Pläne für die Aufhebung des kirchlichen Arbeitsrechts gegen die Verfassung verstößt, stört sie nicht weiter. Es vergeht kein Parteitag, wo keine laizistischen Resolutionen verabschiedet werden, und dennoch bezeichnen sich einige als "katholisch" oder "evangelisch", sie sitzen in den katholischen und evangelischen Laiengremien im ZK der Katholiken und evangelischen Synoden.

Sie verwechseln Patriotismus und Nationalismus, kämpften einst für das "Selbstbestimmungsrecht der Völker" und wollen ebendies für die europäischen Völker abschaffen, indem sie ihre Souveränität in einem europäischen Superstaat auflösen wollen.

Wer sind die? Wie leben die? Wo arbeiten die? Haben die Familie? Sind die verheiratet? Haben die eine Religion? Das Handelsblatt hat die Riege der "linken" Grünen, also der geistigen Eltern des aktuellen, traditionskommunistischen Kurses vorgestellt:

Jürgen Trittin: Arbeit: HiWi an der Universität, dann Angestellter der Partei, anschließend Berufspolitiker. Familie: Lebensgefährtin und Adoptivtocher. Religion: unbekannt Politische Herkunft: Kommunistischer Bund

Claudia Roth: Arbeit: Bis 1985 selbständig, seit 1985 Parteiangestellte, dann Berufspolitikern. Familie: bekennender Single. Religion: ex-katholisch Politische Herkunft: Autonome

Gerhard Schick: Arbeit: HiWi an einer Universität, anschließend bei Forschungsinstituten tätig. Familie: eingetragene Lebenspartnerschaft (PACS nach fr. Recht) Religion: katholisch Politische Herkunft: nicht bekannt.

Sven Giegold: Arbeit: Berufspolitiker. Nach Ende des Studiums "Bewegungsarbeiter", seit 2009 EU-Parlamentarier. Familie: Single. Religion: Evangelisch (Präsidialversammlung der EKD) Politische Herkunft: Attac (Association pour une taxe Tobin pour l'aide aux citoyens)

Lisa Paus: Arbeit: Parteimitarbeiterin, anschließend Abgeordnete. Familie: Lebensgefährte, ein Kind. Religion: keine Angaben. Politische Herkunft: Attac

Was hören wir da von Mrs. Hudge?
Wir können es uns nicht leisten, das Modell der Alleinverdiener-Ehe wie in den Fünfzigerjahren auf einen Sockel zu stellen. Frauen brauchen eigene existenzsichernde Arbeit, daher müssen wir weg vom Ehegattensplitting.
Das ist fern von jeder Wirklichkeit. Die Alleinverdiener-Ehe ist ein Minderheitenmodell. Aber auch die Doppelverdiener-Ehe, in der beide Ehepartner dasselbe Einkommen haben, ist rein statistisch gesehen eine Seltenheit. Vom Ehegattensplitting profitieren Familie, wo einer wegen der Kinder kürzer tritt, Ehen, in denen ein Ehepartner weniger verdient als der andere, Ehen mit unterschiedlich verdienenden Partnern mit unterschiedlichen Qualifikationen. Ehen, in denen ein Ehepartner - typischerweise als Selbständiger - ein saisonal unterschiedliches Einkommen hat.

Das Sozialideal von Mrs. Hudge ist das kinderlose Ehepaar im öffentlichen Dienst der gleichen Gehaltsstufe. Nur diesem Paar kann es egal sein, ob es ein Ehegattensplitting gibt oder nicht.

Es ist das Ideal der Bionadebourgeoisie., gleichzeitig ist es das sozialistische Ideal des "Sandheap", des Sandhaufens identischer Individuen.

Von diesen fünfen, den ArchitektInnen der radikalegalitaristischen Wende der Grünen ist keiner verheiratet, zwei sind Single, einer ist verpartnert. Nur eine einzige Frau hat ein einziges Kind. Nur eine Frau hat für wenige Jahre außerhalb des Biotops der öffentlichen Institutionen und wissenschaftlichen Institute ihre Brötchen verdient.

Das Sein bestimmt halt das Bewußtsein.

Exsurge Gilbert!


Samstag, 25. Mai 2013

Sie habens getan: Die kleine Hexe ohne Negerlein (und Türken, Eskimos und Hottentotten).

Schon im Vorfeld gab es Aufregung über die "politisch korrekte" Verschandelung von Otfried Preusslers Kinderbüchern. Nachdem sich zunächst die "taz" und die grüne Böll-Stiftung über den "politisch unkorrekten" Text aufgeregt hatten. Der vor 3 Monaten verstorbene Autor hat sich gewehrt, schließlich aber den Widerstand aufgegeben. Schade. Sehr schade. Denn das Ergebnis zeigt, daß der Widerstand gerechtfertigt, das Ergebnis gar furchterbar ist.

Im Urtext der "Kleinen Hexe" liest sich der (auch schon durch die deutsche Schlechtschreibung verhunzte) Text so:
Wie kamen die beiden Negerlein auf die verschneite Dorfstraße? Und seit wann gab es Türken und Indianer in dieser Gegend? Türken mit roten Mützen und weiten Pluderhosen – und Indianer, die gräulich bemalte Gesichter hatten und lange Speere über den Köpfen schwangen? „Sie werden vom Zirkus sein“, meinte der Rabe Abraxas. Aber die beiden Negerlein waren nicht vom Zirkus und ebenso wenig die Türken und Indianer. Auch die kleinen Chinesinnen und der Menschenfresser, die Eskimofrauen, der Wüstenscheich und der Hottentottenhäuptling stammten nicht aus der Schaubude. Nein, es war Fastnacht im Dorf! Und weil Fastnacht war, hatten die Kinder am Nachmittag schulfrei bekommen und tollten verkleidet über den Dorfplatz. Die kleinen Türken warfen Papierschlangen. Der Hottentottenhäuptling brüllte: „Uaaah! Uaah!” Der Menschenfresser schrie: „Hungärrr! Hungärrr! Wer will sich frrressen lassen?”
Gräulich bemalt? Meint das grau-lich oder greulich? Und so liest sich nun der neue Text:
Wie kamen die beiden Messerwerfer auf die verschneite Dorfstraße? Und seit wann gab es Cowboys und Indianer in dieser Gegend? Messerwerfer mit roten Mützen und weiten Pluderhosen – und Indianer, die gräulich bemalte Gesichter hatten und lange Speere über den Köpfen schwangen? “Sie werden vom Zirkus sein”, meinte der Rabe Abraxas. Aber die beiden Messerwerfer waren nicht vom Zirkus und ebenso wenig die Cowboys und Indianer. Auch die kleinen Chinesinnen und der Menschenfresser, die Indianerinnen, der Wüstenscheich und der Seeräuber stammten nicht aus der Schaubude. Nein, es war Fastnacht im Dorf! Und weil Fastnacht war, hatten die Kinder am Nachmittag schulfrei bekommen und tollten verkleidet über den Dorfplatz. Die kleinen Messerwerfer warfen Papierschlangen. Der Seeräuber brüllte: “Uaaah! Uaah!” Der Menschenfresser schrie: “Hungärrr! Hungärrr! Wer will sich frrressen lassen?”
Schröcklich. Aber man kann daraus lernen. Nämlich, was politische Korrektheit bedeutet. Ist das Wort "Neger" bereits diskriminierend.? Ja und nein. Im Wortsinn ist es das tatsächlich, denn diskriminierend bedeutet ja zunächst übersetzt lediglich "unterscheidend" (von dem lateinischen dis-criminare). Neger (vom lateinisch nigra-schwarz) sind nun einmal schwarz.

Da fand bis vor wenigen Jahren keiner was bei. Schon gar nicht die Neger selbst. In meinem Studentenausweis findet sich noch ein Stempel der "Black Panther", einer militanten Organisation der amerikanischen "Blacks". Martin Luther King hat in seiner berühmten "I have a dream" - Rede das Wort "Negro" noch völlig unbefangen benutzt.  16 mal kommt das N-Wort in dieser Rede vor. Ob der Referent der Böll-Stiftung für Migration und Diversity (Richtig wäre wohl Monoversity) diese Rede jemals gelesen hat? Ob er wohl wagen würde, zu verlangen, daß diese Rede aus den Geschichtsbüchern zu streichen oder zu "verbessern" sei? Was wohl der Referent von Leopold Senghors Rede anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahr 1968 gehalten hätte? Hätte er empört den Saal verlassen, als Dr. Senghor, das erste schwarze Mitglied der Academie francaise, begann über seine Theorie der "Négritude" zu referieren?

Es ging in dieser lesenswerten Rede um den Stolz der Neger auf ihre eigene Kultur.

Auch King, dem Negro, ging es um Stolz, um die Beendigung des Elends der schwarzen Bevölkerung der USA, um die Aufhebung der Segregation. Nicht um "Anti-Diskriminierung". Das Wort Freedom kommt in dieser Rede 16mal vor, das Wort Equality nur ein einziges Mal, und das ist nicht nur Statistik.

Den Gleichmachern in der Redation des Thienemanns Verlag unterläuft ein bemerkenswerter freudscher Verschreiber. Nach Freud denken nicht wir uns etwas, wenn wir uns versprechen, sondern es denkt ein anderes, unser Unterbewußtsein. Was denkt denn da, wenn von den "Messerwerfern" mit "roten Mützen und Pluderhosen" zu lesen ist? Wenn anstelle der Negerlein und Türken die Messerwerfer treten?

Da denkt der kleine Rassist, der in jedem Egalitaristen lebt und unbedingt herauswill.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Peinlich, peinlich: Die SPD macht sich 150 Jahre alt.


Ist die SPD wirklich vor 150 Jahren am 23.5.1863 gegründet worden? Keineswegs, an diesem Datum gründete sich der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein Ferdinand Lassalles, einer der Vorläuferorganisationen der SPD, doch eben nicht die SPD. Erst 1875 vereinigte sich der ADAV mit der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Bebels zur Sozialistischen Arbeiterpartei und erst 1890 wurde aus dieser Partei die SPD.

Den 23. Mai 1863 zum Gründungstag der SPD zu erklären, macht ebensoviel und ebensowenig Sinn, wie die Behauptung, die CDU sei bereits im Jahre 1848 mit der Gründung des Katholischen Klubs im Paulskirchenparlament, oder mit der Gründung der Katholischen Fraktion im Preußischen Landtag, oder der Soester Konferenz am 12. Januar 1864, oder dem Soester Programm vom 28.10. 1870  (des Zentrums) entstanden. Verfolgt man die protestantisch-konservativen Wurzeln der CDU, dann wäre sie womöglich schon am 24. Juli 1848 mit der Gründung des preußischen "Vereins zur Wahrung der Interessen des Grundbesitzes und zur Förderung des Wohlstands aller Klassen" ins politische Leben getreten.

Daß sowohl die preußischen Conservativen wie vor allem das katholische Zentrum zu den Vorläuferorganisationen der CDU gehörten, wird kein Historiker bestreiten. Doch die CDU verstand sich als "neue" Partei, während die olle SPD darauf bestand, stets die selbe geblieben zu sein, die Partei Lassalles.

Was die Sache noch ein bißchen peinlicher macht. Galt doch das Lassallsche Erbe immer schon - Marx sprach vom "Untertanengeist der Lassallschen Sekte" - als Ausdruck eines etatistisch-autoritären Denkens. Das Gründungsdokument der Lassallschen Partei,  Lassalles "Offenes Antwortschreiben" zeigt, wohin der Hase lief. Lassalle geißelt in diesem Schreiben vor allem den Konkurrenten, den Abgeordneten Schulze-Delitzsch, der auf die Selbstorganisation der Arbeiter setzte, auf gegenseitige Hilfe, auf Genossenschaften, auf Kredit-, Rohstoff- , Konsum- und Vorschußvereine. Das, so Lassalle, sei nur für den kleinen Handwerksbetrieb tauglich, nicht aber für die Arbeiter, die in der "Großen Industrie" schufteten. Für die Arbeiterklasse gebe es nur eine Strategie: die Einführung des Allgemeinen Wahlrechts, mit der die Arbeiter den Staat erobern sollten, damit dieser staatliche Kredite zur Gründung von sogenannten "Produktionsvereinen" gewähre. Nur so könne der Arbeiter dem "ehernen Lohngesetz" entkommen.

Man erkennt unschwer das Konzept des Volkseigenen Betriebes, der bei Lassalle aber immerhin noch so gemeint ist, wie er heißt.

Unschwer erkennt man auch den Etatisten, dem Selbstorganisation ein Greuel, jede Selbsttätigkeit verdächtig ist. War es ein Wunder, daß sich der nationalistische Etatist Bismarck und Lassalle bestens verstanden? Bismarck hat später eingeräumt, daß die von ihm eingeleiteten Sozialreformen von Lassalle inspiriert waren, daß man sich bei geheimen Gesprächen und in einer geheimen Korrespondenz, die erst im 20. Jahrhundert ans Licht kam, stets der gegenseitigen Wertschätzung versichert habe.

Recht verstanden leben wir also noch immer im autoritären Sozialstaat des kongenialen Paares Bismarck/Lassalle. Und recht verstanden stehen Katholiken, jedenfalls soweit sie der katholischen Soziallehre folgen, die eben Selbstorganisation, Selbsthilfe, freie Assoziation, Subsidiarität predigt, noch immer auf der "anderen Seite":
Enthält der Sozialismus - wie übrigens jeder Irrtum - auch einiges Richtige, was die Päpste nie bestritten haben, so liegt ihm doch eine Gesellschaftsauffassung zugrunde, die ihm eigentümlich ist, mit der echten christlichen Auffassung aber in Widerspruch steht. Religiöser Sozialismus, christlicher Sozialismus sind Widersprüche in sich; es ist unmöglich, gleichzeitig guter Katholik und wirklicher Sozialist zu sein. (Pius XI, Quadragesimo anno