Mittwoch, 27. Juni 2012
Siebenschläfer, Mann bin ich müde.
Heute Siebenschläfer. Nicht mehr im neuen Kalender enthalten. Trotzdem oder gerade deshalb populär. Wegen Wetter. Legende uralt. Fünftes Jahrhundert. Auch bei Muslimen bekannt. Achtzehnte Sure. Al-kahf. Die Höhle. Nach dem Koran handelte es sich um sieben Männer und einen Hund. Und sie ruhten 309 Jahre. Sagt Der Koran. Die Legenda aurea rechnet korrekt mit 196 Jahren. Aber ohne Hund. Hier Seite der Siebenschläferkirche. Mit Film. Unbedingt ansehen. Guter Artikel über die Legende hier. Müde. Geh schlafen.
Samstag, 23. Juni 2012
Mosebachs Kommentar zum Blasphemieparagraphen § 166 StGB
Gewaltiges Rauschen im Bläterwalde. Mosebach hat in einem Beitrag ausgerechnet in der linkslinksliberalen FR erwähnt, daß er das Nichtverbot der Blasphemie irgendwie ungut fände. Damit es auch ankommt, hat er diesen Beitrag mit einer Formulierung gewürzt, die bisher jede /n Follitonist_in der Republik wutschäumende Kommentare hat produzieren lassen:
In diesem Zusammenhang will ich nicht verhehlen, dass ich unfähig bin, mich zu empören, wenn in ihrem Glauben beleidigte Muslime blasphemischen Künstlern – wenn wir sie einmal so nennen wollen – einen gewaltigen Schrecken einjagen.Maximum Schaum konnten wir bei S.P.O.N erwarten, dem Intellellenblättgen, das uns mit schöner Regelmäßigkeit zu jedem christlichen Hochfest mit einem Artikelchen erfreut wo unglaublich mutig wieder mal ein christliches Tabu gebrochen wird, und indeed, Sibylle Bergs Kolumne erreicht den Gipfel der Schaumproduktion:
Mosebach ist Träger karierter Tweedsakkos und runder Brillen, der über sein wahres Alter hinaus gealtert scheint, vermutlich hat die Bürde, Vordenker einer ganzen Generation adelssehnsüchtiger Jungjunker zu sein, ihn über Gebühr ergrauen und erstarren lassen.Trigger nennt man in der Sprache der Psychologen den eine Aktion des Patienten auslösenden Anlaß, dieser Satz wimmelt von Triggern, die bei den imzweifellinken Lesern von S.P.O.N. wahre Abscheu, abgrundtiefe Wut, und echte Betroffenheit erzeugen können: Tweed! (englischer Adel) runde Brille! (Rechtsintellektueller) Alter! (der Linke als solcher ist for ever young, selbst im Alter von 90plus) Bürde! (Katholik!), adelssehnsüchtig! (diesmal deutsch, siehe Tweed) Junker! (Preußen!) ergraut! (auf Sybille Bergs Seite erfährt man, daß sie geboren, aber nicht, wann sie geboren ist) (wen es interessiert, die gute Sibylle ist taufrische fuffzisch, also könnte man doch sagen lieber ergraut als gefärbt, nicht?).
Nur am Rande sei vermerkt, daß man als Schriftstellerin mit der Kritik an den Werken anderen Schriftsteller vorsichtig sein sollte, den bekanntlich wird das Maß mit dem wir messen, auch an uns angelegt werden. Noch vorsichtiger sollte man sein, wenn der Kritisierte Preisträger des wichtigsten deutschen Literaturpreises, man selbst aber nur Trägerin zweier eher unbedeutender Auszeichnungen ist.
Aber zurück zum Thema (tut mir leid, Schreckschrauben wecken seit jeher meine Passion zur Polemik). Doch ein Zitat muß noch sein:
Der Schriftsteller und Träger des Georg-Büchner-Preises Martin Mosebach will, dass Meinungsäußerungen über das Christentum und andere kritische Ausdrucksformen mit Bezug zur Religion zukünftig wieder härter bestraft werden. Das forderte Mosebach als bekennender Anhänger des Monarchen Papst Benedikt XVI., der seit 2005 vom Fake-Staat Vatikanstadt aus regiert, in einem Essay, der am Dienstag in der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung veröffentlicht wurde.Einfach Klasse, die Humanisten. Worum geht es? Die Beleidigung der religiösen Überzeugung Anderer ist in Deutschland nur theoretisch strafbar.
"Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." So heißt es in § 266 StGBDie Beschimpfung des Inhaltes eines religiösen Bekenntnisses ist damit straflos. Denn eine "Störung des öffentlichen Friedens" hängt letztlich von der Reaktion des Beleidigten ab. Überspitzt gesagt, ist mit dieser Formulierung der christliche Glaube nicht geschützt, der salafistische sehr wohl, denn ein Christ wird auf die Beschimpfung seines Bekenntnis (derzeit sehr beliebt sind Anspielungen auf eine angebliche Homosexualität Jesu Christi) nicht damit reagieren, daß er ein Messer zückt.
Die praktische Bedeutung der Vorschrift ist wegen ihrer Konstruktion sehr gering. Es kommt im Schnitt gerade einmal zu 15 Verurteilungen im Jahr, obwohl sich christliche Manifestationen ja in der Regel einer wahren Kakophonie von Beschimpfungen und Beleidigungen ausgesetzt sind. Wir werden es ja im September wieder erleben.
Neu und bisher einzigartig ist die Kritik von Mosebach nicht. Auch Joseph Ratzinger hat bei Gelegenheit auf die Fehlkonstruktion des § 166 hingewiesen:
Wenn die Rechtsprechung die Eignung zur Friedensstörung mit fehlenden Krawallen und geringem Anzeigeverhalten (OLG Karlsruhe NStZ 1986, 365) begründet, gibt sie indirekt eine Aufforderung zur gewaltsamen Dokumentierung der eigenen Überzeugung und damit zum FaustrechtQuod erat demonstrandum, ein "beleidigter" Salafist hat einen Polizisten niedergestochen, weil der die Beleidigung des Propheten durch pro NRW-Demonstanten nicht verhindert hat, wie er sagt.
Die bekanntgewordenen Verurteilungen sind im übrigen meist Verurteilungen wegen der Beleidigung des Islam, was die Auslegung Benedikts bestätigt. So hat etwas das AG Lüdinghausen einen Islambeleidiger verurteilt, der wegen seiner "Kunstauktion" im Untergrund leben mußte. Hingegen hat das OLG Karlsruhe in der oben von Benedikt XVI korrekt zitierten Entscheidigung die Beleidigung der katholischen Religion nicht als Straftat angesehen.
Mosebach liegt also daneben. Die Beleidigung des Islam steht nach § 166 bereits unter Strafe, die der katholischen Religion nicht. Höchste Zeit, den Paragraphen zu ändern. Schließlich hat das Strafrecht doch Friedensfunktion, oder?
Montag, 18. Juni 2012
"Herdprämie": Momo und die grauen Damen und die grüne Kinderhölle auf Erden.
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| Frau Malzahn und Prinzessin Li Si |
Ich bin als Kind mit Michael Endes Kinderbüchern aufgewachsen, meine Kinder auch. Ich habe von Michael Endes Jim Knopf bestimmt jeden Streifen gesehen, und meine Kinder haben die Verfilmung von "Momo" gesehen, als sie noch ganz klein - zu klein - waren. Klar, daß die ganze Familie den satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch aufsagen kann, ohne zu stottern.
Michael Endes Sicht auf die professionelle Pädagogik war stets ein hochkritischer. Die böse Lehrerin Frau Malzahn, die Prinzessin Li Si gefangenhält ist ein Drache, eine gemeine und bösartige Pädagogin. Genau so ein Drache, wie wir ihn alle aus unserer Schulzeit kennen.
Momos Geschichte ist die eines kleinen Mädchens, daß aus dem Erziehungsheim flüchtet, um irgendwo in einem alten Amphitheater zu leben, versorgt und geliebt von einer Gruppe Erwachsener und verehrt von einer Gruppe von kindlichen Freunden, mit denen sie fantastische Abenteuer erlebt.
Eines Tages verschwinden ihre Freunde einer nach dem anderen. Es sind die grauen Herren, die den Menschen die Zeit stehlen, die die Menschen in hektische Aktivitäten zwängen. Auch ihre kleinen Freunde verschwinden, sie findet sie, als sie nach ihnen sucht - im Kindergarten. Wo sie ganz sicher von professionellen pädagogischen Fachkräften betreut werden, die sie auf ihr Zeitspardasein vorbereiten.
Die Kinder verschwinden von den Straßen und Plätzen, von allen Orten, wo sie frei waren von der Aufsicht der Erwachsenen. An diese negative Vision Michael Endes habe ich mich erinnert, als ich dieses Interview las (via St. Christinas Ofenbank):
Meine Frau ist aus der Schweiz. Ich war vierzig, als wir das erste Kind hatten. Ich erinnerte mich an meine eigene Kindheit. Wir spielten immer draussen mit den anderen Kindern. Und die Eltern waren verfügbar. Meine Frau und ich arbeiteten beide unabhängig, sie als Geigenlehrerin, ich als Unternehmensberater, wir konnten uns die Zeit selber einteilen. Wir richteten es also so ein, dass immer einer von uns zu Hause war. Als unser Ältester drei Jahre alt war, wollte ich mit ihm einmal auf einen Spielplatz. Aber wo waren die Kinder? Es waren keine da. Da sah ich sie. Dort drüben waren sie, mit Betreuerinnen und einem Zaun um sie herum. Plötzlich sah ich alles, was geschehen war, seit ich ein Kind war; was sich in dreissig Jahren alles verändert hatte. Sie nahmen all die frei spielenden Kinder, taten sie hinter einen Zaun, in grosser Zahl, überwacht von ein paar Leuten, die sie nicht kannten.Wer Momo im Bücherschrank stehen hat (unser Buch steht natürlich im Bücherschrank meiner Enkelkinder) kann noch einmal nachlesen, diese Realität entspricht auf das Komma genau der Schreckensvision Michael Endes.
Das Buch Momo war für die antiautoritäre Kinderladenbewegung, das Buch, das unsere (ja,ja unsere) Auffassung von richtiger kindlicher Pädagogik rüberbrachte. Und manchmal, wenn die Arbeitsgruppen der Freie-Schule-Aktivisten zusammensaßen, träumten wir von unserer eigenen glücklichen Kindheit, den 50er Jahren, wo die Erwachsenen einfach zu wenig Zeiten hatten, um uns auf die Nerven zu gehen, und zu wenig Geld, um Kinderknäste zu bauen. Jetzt haben sie noch weniger Zeit, aber viel zu viel Geld, um möglichst alle Kinder, am besten gleich nach der Geburt in die Kinderknäste zu schicken, die "frühkindlichen Bildungseinrichtungen". Vor allem die Grünen sind heftig dabei unseren Traum umzudrehen.
Die von pädagogischen Nervbacken freien Kinder versauern nach diesem Bild der grünen Kindergefängniswärter vor dem Flachbildfernseher, ganz im Gegensatz zu den fröhlichen, glücklichen Rangen, die von ihren gleichfalls und bestimmt ebenfalls glücklichen Eltern in der "frühkindlichen Bildungseinrichtung" abgegeben werden.
Die bittere Realität des schwedischen Modells (zwei meiner Enkel leben in diesem Modell) zeigt uns ein ganz anderes Bild. Wieder einmal versprechen uns politische Rattenfänger das Paradies auf Erden, während sie uns die Hölle bereiten. In diesem Fall die Pädagogenhölle.
Die grauen Herren aus "Momo" haben sich übrigens vorwiegend als graue Damen entpuppt.
Sonntag, 17. Juni 2012
EM und die Flaggenfrage: Katholizismus und Patriotismus
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| Die Flagge des Deutschen Widerstands 1944 |
Jetzt sind sie wieder unterwegs, die Blockwarte der Antifa, sie reißen Deutschlandfahnen von Autos und Wänden und hinterlassen Warnungen, daß der jeweilige Besitzer der Fahne sich ja nicht unterstehen solle, sich erneut als faschistoider Nationalist zu outen.
Die Grüne Jugend - eine formell gesehen selbständige Jugendorganisation - setzt dem antideutschen Treiben die Krone auf. Der leicht Brechreiz fördernde Aufkleber "Patriotismus Nein Danke", den die Grüne Jugend vertreibt, ist nach massiver Kritik nicht etwa aus den Auslagen verschwunden, vielmehr verteidigen die Junggrünen ihren Bäpper auch noch mit verquasten Argumenten, die alles eigentlich noch schlimmer machen
Wir wollen das Konzept des Nationalstaats überwinden. Das heißt: Wir lehnen es auch ab, türkische oder polnische oder irgendwelche anderen PatriotInnen zu sein und wir fühlen uns wohl mit FreundInnen aus allen Ländern, die auch keine PatriotInnen sind, weil ihnen andere Dinge viel wichtiger sind.Ein typischer Text der "Nein Danke" - Jusos, die ja nicht nur das "Konzept des Nationalstaats" überwinden wollen, sondern auch das "Konzept Ehe", das Konzept der "Heteronormativität", und so manches andere.
Auch an diesem Text aber erkennt man, daß nach dem Glauben unser Junggrünen am deutschen Wesen die Welt genesen soll. Im Antideutschen kehrt der deutsche Fanatismus wieder, dieses verfluchte "Sola", das der deutsche Protestantismus dem deutschen Nationalcharakter hinzugefügt hat. So projizieren die Junggrünen den deutschen Nationalmasochismus ausgerechnet auf Polen und Türken. Hat irgendwer schon mal einen Polen oder Türken mit "Polen Halts Mauls" oder "Türkei Halts Maul" Plakaten rumrennen sehen? Ist es denkbar, daß polnische oder türkische Jugendliche polnische und türkische Fahnen klauen um dem "Nationalismus" zu wehren? Die Kritik am "Konzept des Nationalstaats" ist nur in Deutschland zu hören.
Ich glaube nicht, daß Katholiken angesichts antipatriotischer Exzesse einfach die Schulter zucken sollten. Ist der Ultramontanismus - den ich selbstverständlich teile - antipatriotisch? Bismarck z.B. wollte es so sehen, aber das ist Teil seines "antikatholischen Affekts"(Carl Schmitt). Die Deutschen des 19. Jahrhunderts sahen Jesuiten, internationalistische Sozialisten und Franzosen als Teil einer antideutschen Internationale. Die deutschen Katholiken hingegen nannten ihre wichtigste Zeitung "Germania".
Der katholische Ultramontanismus richtete sich keineswegs gegen das "Konzept Nationalstaat", sondern nur - das muß man manchmal gegen Martin Mosebach deutlich machen - gegen das "Konzept Nationalkirche". Patriotische Katholiken sind vielmehr eher die Regel als die Ausnahme. Gerade die kleinen katholischen Staaten der europäischen Peripherie, Polen, Iren, Tiroler sind ebenso glühend patriotisch wie glühend katholisch. Auch das kann man in Carl Schmitts Aufsatz "Katholizismus und politische Form" nachlesen, der mit dem berühmten Zitat über den "antikatholischen Affekt" beginnt.
Donoso Cortez prognostizierte schon Mitte des 19. Jahrhunderts die Revolution in Petersburg, die Entstehung der UdSSR und die Usurpation Europas durch die unter der Fahne eines orientalisch-despotischen Sozialismus vereinigten slawischen Völker. So ist es gekommen. Wesentliche Voraussetzung, so der katholischste aller katholischen Politiker des 19. Jahrhunderts sei:
"Zweitens, daß der Sozialismus die Besitzenden ausplündert und so den Patriotismus auslöscht, weil ein ausgeplünderter Besitzer kein Patriot mehr ist und auch keiner sein kann. Wenn die Dinge erst einmal so ins Extrem und bis zur Verzweiflung getrieben sind, stirbt der Patriotismus." (Donoso Cortéz, Rede über die allgemeine Lage Europas, 30. Januar 1950)Der Katholik Cortéz hielt den Patriotismus für ein wesentliches Element deiner stabilen Friedensordnung. Katholizismus, Monarchie, Patriotismus, stehende Heere und das Recht auf Eigentum waren in seiner Sicht die Voraussetzungen für eine friedliches und prosperierendes Europa. Heute würde er mit Sicherheit die Verteidigung der "traditionellen" Familie und eine stabile Geldordnung zu den weiteren wesentlichen Elementen zählen. Seine Prognose der künftigen europäischen Entwicklung sind so zutreffend, daß es manchmal gruselt. Aber seine prognostischen Fähigkeiten sind keiner mystischen Fernsicht zu verdanken, sondern eiskalter politischer Analyse. Cortéz war ein flammender Redner, ein cálido retórico, gleichzeitig ein eiskalter Politiker, ein frio politico.
Zu seiner "kalten Politik" gehörte das Wissen um die existenznotwendige Element des Patriotismus für die Selbstbehauptung einer Nation. Das ist vielleicht nicht genuin katholisch, aber sofern es realistisch und vernünftig ist, ist es katholisch. Und außerdem: lebt das Alte und Neue Testament nicht von dem "Konzept Volk"?
Ich halte die deutsche Fahne übrigens für missraten. Sie zitiert Elemente der französischen Revolutionssymbolik, und so haben es die Veranstalter des Hambacher Festes auch gemeint. Die Widerstandskämpfer des 20. Juli aber bezogen sich wie die Widerstandskämpfer der Weißen Rose nicht auf den französischen Jakobinismus, sondern auf sein Gegenteil, den deutschen Befreiungskampf gegen den napoleonischen Imperialismus. Die Flagge des 20. Juli (entworfen vom dem katholischen Juristen Josef Wirmer) zitiert das Christuskreuz, das alle Flaggen Nordeuropas kennzeichnet. Die Widerstandskämpfer träumten davon, Deutschland in die Familie der christlichen Nationen Europas zurückzuführen.
Montag, 11. Juni 2012
Bloggertagung: Doch noch ein Nachwort: Wie weit reichen wir?
Ist die Blogoezese effizient? Wieviel Menschen erreicht sie? Drehen wir uns nicht immer nur im Kreis? Beschäftigen wir uns lediglich mit Interna, die niemanden interessieren, außer uns selbst?
Wir können es mit den Statistikfunktionen unserer blogs ja selbst herausfinden, wieviele Menschen unsere Beiträge lesen und da kann ich für meinen weniger bekannten blog sagen daß die beliebtesten Beiträge von ein paar hundert Leuten gelesen werden. Am beliebtesten sind die Posts, wenn ich mal wieder den polemos raushänge. Also nicht freundlich säusele, sondern richtig knurre und gauze.
Et unum sint? Ja gut. Einigkeit macht stark und angeblich auch beliebt. Aber es heißt ja auch "ich bin nicht gekommen Frieden zu bringen, sondern das Schwert".
Die CDU ist ja jetzt total einig. Sogar mit der Opposition. Nur will sie bald keiner mehr wählen. Harmoniesoße ist fad. Profillosigkeit ist nicht nur für politische Parteien tödlich, auch für die Kirche. Die Blogozoese kämpft in ihrer Mehrheit für mehr Profil und weniger Zeit-Geist. Auch wenn es zunächst nur eine rein interne Diskussion ist, um Hand- oder Mundkommunion, Volxaltäre, Alte oder Neue Messe, Gregorianik oder NGL. Es ist eine Diskussion über die Außendarstellung der Kirche, es ist die Diskussion darüber, was die Suchenden eigentlich erwartet, wenn sie die Tür einer Kirche öffnen, um zu erfahren, was sich dahinter verbirgt.
Eine schüttere Gemeine, die sich um den Mahltisch versammelt und Liedlein trällert, die von Inhalt und Klang verdammt nach Dieter-Thomas-Hecks "Hitparade" klingen? Kirchliche Kunst, die sich der Formlosigkeit anpaßt, die uns in jedem öffentlich-rechtlichen für den Publikumsverkehr geöffneten Amtsbau erwartet? Steife Menschen, die nicht mehr beten, nicht mehr knien, nicht mehr singen können, denen man schon an der Kleidung und Haltung ansieht, daß dies hier eigentlich Alltag ist. Oder schlimmer noch: Freizeit.
Mein Weg zur Kirche führte über bayrische Barockkirchen, gotische Kathedralen, mystische Texte, Orgelgedröhn und gregorianische Choräle, und als ich dann da war, entdeckte ich die Alte Messe für mich. Diese Form der Messe war das, was ich gesucht hatte. Das liturgische Maximum an Devotion, an Nähe zu meiner großen Liebe, Jesus Christus.
Die allerbeliebtesten Beiträge von meinen sind die liturgisch-musikalischen. Die bringen vierstellige Zahlen. Mein "Nebenblog" Cäcilia, auf dem ich mich damit beschäftige, alte Kirchenlieder aufzupolieren, und sie von dem Staub der Jahrhunderte zu befreien, vor allem von dem Grauschleier der "nachkonziliaren" Epoche, ist von den Statistiken her gesehen eigentlich mein Hauptblog. Von dem, was ich so blogge interessieren sich die meisten Leser für Musik und Dichtung. Der am meisten gelesene Post aller Zeiten auf allen meinen Blogs ist der Artikel über das Lied "Fest soll mein Taufbund immer stehen."
Kann man daraus schließen, daß Dienstleistung - die Bereitstellung von frisch polierten alten Liedern ist ja eine Dienstleistung - mehr zählt als Meinung? Auch ein knackiger Meinungsbeitrag ist ja nicht schlecht. Aber wird auch von den Lesern katholischer blogs "Dem Gottesdienst nichts vorgezogen?"
Darüber muß ich noch nachdenken. Und damit auch darüber, wo ich mein bißchen Arbeitskraft, das mir nach einem harten Arbeitstag noch bleibt, investiere. Vielleicht wird es ja noch was mit meinem alten Traum - dem Blogozoesengesang- und Gebetbuch.
Wenn ich an unser Projekt zum Jahr des Glaubens denke: welches Lied paßt zu "Ich glaube"?
Wir können es mit den Statistikfunktionen unserer blogs ja selbst herausfinden, wieviele Menschen unsere Beiträge lesen und da kann ich für meinen weniger bekannten blog sagen daß die beliebtesten Beiträge von ein paar hundert Leuten gelesen werden. Am beliebtesten sind die Posts, wenn ich mal wieder den polemos raushänge. Also nicht freundlich säusele, sondern richtig knurre und gauze.
Et unum sint? Ja gut. Einigkeit macht stark und angeblich auch beliebt. Aber es heißt ja auch "ich bin nicht gekommen Frieden zu bringen, sondern das Schwert".
Die CDU ist ja jetzt total einig. Sogar mit der Opposition. Nur will sie bald keiner mehr wählen. Harmoniesoße ist fad. Profillosigkeit ist nicht nur für politische Parteien tödlich, auch für die Kirche. Die Blogozoese kämpft in ihrer Mehrheit für mehr Profil und weniger Zeit-Geist. Auch wenn es zunächst nur eine rein interne Diskussion ist, um Hand- oder Mundkommunion, Volxaltäre, Alte oder Neue Messe, Gregorianik oder NGL. Es ist eine Diskussion über die Außendarstellung der Kirche, es ist die Diskussion darüber, was die Suchenden eigentlich erwartet, wenn sie die Tür einer Kirche öffnen, um zu erfahren, was sich dahinter verbirgt.
Eine schüttere Gemeine, die sich um den Mahltisch versammelt und Liedlein trällert, die von Inhalt und Klang verdammt nach Dieter-Thomas-Hecks "Hitparade" klingen? Kirchliche Kunst, die sich der Formlosigkeit anpaßt, die uns in jedem öffentlich-rechtlichen für den Publikumsverkehr geöffneten Amtsbau erwartet? Steife Menschen, die nicht mehr beten, nicht mehr knien, nicht mehr singen können, denen man schon an der Kleidung und Haltung ansieht, daß dies hier eigentlich Alltag ist. Oder schlimmer noch: Freizeit.
Mein Weg zur Kirche führte über bayrische Barockkirchen, gotische Kathedralen, mystische Texte, Orgelgedröhn und gregorianische Choräle, und als ich dann da war, entdeckte ich die Alte Messe für mich. Diese Form der Messe war das, was ich gesucht hatte. Das liturgische Maximum an Devotion, an Nähe zu meiner großen Liebe, Jesus Christus.
Die allerbeliebtesten Beiträge von meinen sind die liturgisch-musikalischen. Die bringen vierstellige Zahlen. Mein "Nebenblog" Cäcilia, auf dem ich mich damit beschäftige, alte Kirchenlieder aufzupolieren, und sie von dem Staub der Jahrhunderte zu befreien, vor allem von dem Grauschleier der "nachkonziliaren" Epoche, ist von den Statistiken her gesehen eigentlich mein Hauptblog. Von dem, was ich so blogge interessieren sich die meisten Leser für Musik und Dichtung. Der am meisten gelesene Post aller Zeiten auf allen meinen Blogs ist der Artikel über das Lied "Fest soll mein Taufbund immer stehen."
Kann man daraus schließen, daß Dienstleistung - die Bereitstellung von frisch polierten alten Liedern ist ja eine Dienstleistung - mehr zählt als Meinung? Auch ein knackiger Meinungsbeitrag ist ja nicht schlecht. Aber wird auch von den Lesern katholischer blogs "Dem Gottesdienst nichts vorgezogen?"
Darüber muß ich noch nachdenken. Und damit auch darüber, wo ich mein bißchen Arbeitskraft, das mir nach einem harten Arbeitstag noch bleibt, investiere. Vielleicht wird es ja noch was mit meinem alten Traum - dem Blogozoesengesang- und Gebetbuch.
Wenn ich an unser Projekt zum Jahr des Glaubens denke: welches Lied paßt zu "Ich glaube"?
Bloggertagung: Die Blogoezese tanzt nicht, aber sie singt
Wer zu spät schreibt, den bestraft das Leben. Nun ist eigentlich schon fast alles zur Bloggertagung geschrieben, was geschrieben werden konnte, so daß für mich nur wenig mehr bleibt, als einen ganz schlichten Link zu setzen. Bilder gibt es, Texte, und sogar Musik.
Sonntag, 10. Juni 2012
MIst! Die Erde hat mich wieder!
Maxistrant, Thomas, DIE BRAUT, Phil. Blogözese in Freiburg. Ich würde sagen, das Treffen war IN-SPIE-RIEREND. Vor allem die frugale Kapelle des Tagungszentrums. Mit Stuhlkreis. Und mit kahlen Wänden. Aber wenn in diesem kahlen Raum ein Chor von mehr als zwanzig Stimmen das Salve Regina (inbrünstig, mir fällt jetzt kein anderes Wort ein) anstimmt, und wenn es klingt wie in einer Kathedrale, dann erlaube ich mir, ein wenig abzuheben. So nur ein paar Millimeter, damit es keiner merkt.
Berichte gibt es auch schon, Hier ein ganz langer Bericht, Und hier ein ganz kurzer. In der Kürze liegt die Würze, wenn ihr mich fragt. Und ich bin nach fünf Stunden Autobahnfahrt durch mehrere Staus erst mal zu müde um etwas inhaltlicheres zu schreiben. Aber allmählich kommen die Berichte rein. Hier von metal und Christentum.
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